Neue Richtlinien
Kampf gegen illegale Geldwäsche wird verschärft

Der Kampf gegen die illegale Geldwäsche soll weltweit verschärft werden. Auf einer Konferenz in Berlin beschlossen am Freitag mehr als 30 Industrienationen neue Richtlinien, um härter gegen Finanztransfers aus dunklen Geschäften vorgehen zu können.

HB/dpa BERLIN. Dazu gehört, dass künftig auch Spielcasinos, Immobilienmakler und Juwelenhändler verdächtige Geldeingänge anzeigen müssen. Bislang war dies nach den internationalen Standards nur für Banken verpflichtend. Auch die Finanzierung von Terrorgruppen soll härter verfolgt werden.

Die neuen Richtlinien wurden von der Finanziellen Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der Geldwäsche (FATF) verabschiedet, der insgesamt 33 Länder und internationale Organisationen angehören. Deutschland hat noch bis zum Monatsende die Präsidentschaft. Neu aufgenommen wurden auf der Berliner Tagung Südafrika sowie Russland, das bis vor kurzem noch auf einer Schwarzen Liste stand. Nach Schätzungen werden weltweit jedes Jahr mehr als 700 Milliarden Euro aus dunklen Geschäften gewaschen.

Als wichtigsten Beschluss der Tagung lobte der amtierende FATF - Präsident Jochen Sanio die Ausweitung der Anzeigepflichten auf andere Sektoren über den Bankensektor hinaus. "Geldwäscher sind sehr wandelbar", sagte der Präsident der deutschen Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

"Wenn man ihnen eine Möglichkeit zur Geldwäsche verstopft, dann suchen sie sich andere Kanäle." Deshalb sollen künftig auch Versicherungen, Anwälte und Wirtschaftsprüfer verdächtige Transaktionen melden müssen. Die neuen Richtlinien gründen auf 40 Empfehlungen, die die FATF bereits vor einigen Jahren verabschiedet hatte und die jetzt erstmals überarbeitet wurden. In den meisten Mitgliedsländern sind sie Grundlagen für nationale Gesetze.

Verschärft wurden auch die Richtlinien, mit denen die Finanzierung von Terrorgruppen besser bekämpft werden sollen. Sanio verwies darauf, dass das Aufspüren von Terrorgeldern erhebliche Probleme bereite. Als Tarn-Adressen, über die Geld eingetrieben wird, nutzten Terroristen unter anderem gemeinnützige Organisationen. "Das ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen", sagte der FATF-Präsident. Die Schwarze Liste mit Ländern, die nicht zur Zusammenarbeit bereit sind, umfasst derzeit noch neun Namen. Dazu zählen die Ukraine, Ägypten, Nigeria, Guatemala, Indonesien, Myanmar, sowie die Inselstaaten Nauru, Philippinen und Cook Islands.

Der FATF gehören neben allen EU-Staaten unter anderem die USA, die Schweiz, Japan und Kanada an. Die Aufnahme der beiden bevölkerungsreichsten Länder China und Indien wird derzeit geprüft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%