Neue Schweizer Airline kooperiert mit American Airlines
Swiss will ins Allianz-Team von Oneworld

In der Schweizer Luftfahrt beginnt eine neue Ära: Aus den Trümmern der bankrotten Traditions-Airline Swissair hat die Crossair eine neue Airline gebastelt, die am Ostersonntag unter dem Markennamen Swiss erstmals abheben wird. Neben dem Schweizer Staat leistet auch American Airlines Geburtshilfe.

ebe DÜSSELDORF. Die neue Schweizer Fluglinie Swiss sieht sich gut präpariert für ihren gewagten Start am Ostersonntag. Die Flugzeuge könnten am 31. März plangemäß abheben, sagte Crossair-Vorstandschef André Dosé am Dienstag vor Journalisten in Zürich. Der Aufbau einer neuen Airline unter dem Dach der Crossair wird allerdings noch Zeit in Anspruch nehmen: So sind bisher nur wenige Jets der früheren Swissair-Flotte bereits umlackiert. Die meisten wurden mit dem neuen Swiss-Logo nur überklebt, um Regressforderungen der vielen Swissair-Gläubiger aus dem Weg zu gehen: Branchenexperten gehen davon aus, dass die Schweizer Traditions-Airline einen Schuldenberg von mehr als 15 Mrd. sfr hinterlässt.

Die neue Gesellschaft, die weiterhin mit dem Schweizerkreuz am Heck fliegt und Swiss als Markennamen gewählt hat, erwartet im ersten Jahr Anlaufverluste in Höhe von 1,1 Mrd. sfr. 2003 soll das Unternehmen aber bereits die Gewinnschwelle erreichen. Bund, Kantone und Städte sowie die Schweizer Privatwirtschaft haben der Airline eine solide Kapitalausstattung von 2,7 Mrd. sfr als Starthilfe gegeben.

Die Swiss will einiges anders und vor allem vieles besser machen als ihr Vorgänger. Immerhin konnte Vorstandschef Dosé mit der weltgrößten Fluggesellschaft American Airlines gestern einen attraktiven US-Partner vorzeigen. Neben einem vereinbarten Code-Share-Abkommen wollen Swiss und American auch beim Vielfliegerprogramm zusammenarbeiten. Beide Airlines müssen allerdings noch die Zustimmung der zuständigen Verkehrs- und Wettbewerbsbehörden einholen. Erst danach kann das Code-Share-Abkommen in Kraft treten.

Der erhoffte Beitritt zu einer der drei globalen Flugallianzen klappte für Swiss (noch) nicht. Eine Vollmitgliedschaft bei der von American Airlines mitbegründeten Allianz Oneworld werde aber noch in diesem Jahr angestrebt, betonte Dosé. Neben American gehören British Airways, Cathay Pacific, Aer Lingus, Finnair, Iberia, Lanchile und Qantas zum Oneworld-Verbund. In Branchenkreisen heißt es, ein schneller Swiss-Beitritt sei am Widerstand von British Airways gescheitert, die in der Swiss einen großen Konkurrenten auf Strecken zwischen der Schweiz und London sieht.

Bei der Flottenpolitik hat sich Crossair-Chef Dosé erwartungsgemäß für Airbus und damit gegen den weltgrößten Flugzeugbauer Boeing entschieden. 13 Langstreckenjets vom Typ MD-11 des US-Herstellers Boeing sollen künftig durch neue Airbus A340-300 ersetzt werden. Der Auftrag hat laut Listenpreis einen Wert von 2,2 Mrd. $. Swiss wird somit bald nur noch zwei Flugzeugtypen betreiben: Embraer für die Kurzstrecke und Airbus für die längeren Strecken.

Einem reibungslosen Start an Ostern stehen jetzt nur noch die Piloten der Crossair im Weg: Sie wollen den neu ausgehandelten Tarifvertrag trotz deutlicher Gehaltssteigerungen bisher nicht akzeptieren, weil sie sich gegenüber den frisch integrierten Piloten der früheren Swissair im Nachteil sehen. Branchenbeobachter gehen allerdings davon aus, dass der Pilotenstreit gerade noch rechtzeitig vor dem Countdown aus der Welt geschafft wird.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%