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Neue Seedrachen-Art in Brasilien entdeckt

Rio de Janeiro (dpa) - Brasilianische Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben eine neue Fischart entdeckt, die als «lebendes Fossil» betrachtet werden könne.

Rio de Janeiro (dpa) - Brasilianische Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben eine neue Fischart entdeckt, die als «lebendes Fossil» betrachtet werden könne.

Das zu den Seedrachen (Holocephali) zählende Tier habe sich in den vergangenen 150 Millionen Jahren praktisch überhaupt nicht verändert, berichtete die Zeitung «O Globo» unter Berufung auf die Fachzeitschrift «Zootaxa». Der in den Tiefen des Atlantiks lebende Fisch sei entlang der Küste des südostbrasilianischen Bundeslandes Rio de Janeiro entdeckt worden.

Am abgeflachten Kopf trägt der Seedrachen mit dem wissenschaftlichen Namen Hydrolagus matallanasi den Angaben zufolge einen Haken mit unzähligen Stacheln. Mit Hilfe von spezialisierten Sinnesorganen könne der Fisch andere Tiere über deren elektrische Felder orten. «Diese Seedrachen-Art ist mit 40 Zentimetern eine der kleinsten der Welt. Das ist etwa die Hälfte der bei dieser Fischgruppe herkömmlichen Länge», erklärte Jules Soto, Kurator des Ozeanographischen Museums der Universität Vale do Itajai.

Die Entdeckung gelang einem von Soto und Carolus Vooren von der Universität Rio Grande angeführten Team. «Das ist die erste Seedrachen-Art, die an der gesamten Ostküste Südamerikas gefunden wurde», erklärte Soto. Außer Haien und Rochen seien die Seedrachen die wichtigste Gruppe der Knorpelfische und mit mindestens 350 Millionen Jahren auch die älteste. Sie seien älter als alle Wirbeltiere und mindestens 100 Millionen Jahre vor Erscheinen der ersten Dinosaurier entstanden. Damit sind sie fast so alt wie der urtümliche Quastenflosser, der ebenfalls als lebendes Fossil gilt.

Paläontologische Untersuchungen von 150 bis 170 Millionen Jahre alten Überresten legten nahe, dass sich Hydrolagus matallanasi in dieser Zeitspanne fast überhaupt nicht verändert habe. «Das bedeutet, das dieser Fisch seiner Umwelt sehr gut angepasst ist», meint Soto. Die Chimären leben in Tiefen von bis zu 700 Metern. Dort herrschen Wassertemperaturen von höchstens fünf Grad Celsius und völlige Dunkelheit. Trotzdem sei der Urfisch aber nicht blind. Soto: «Im Gegenteil. Er hat Riesenaugen, mit denen er das geringste Licht wahrnehmen kann.»

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