Neue Sentiment-Umfrage
Werden Sie Dax-Experte

Die Euphorie zu Zeiten des Neuen Marktes war der endgültige Beweis: Anleger kaufen und verkaufen nicht nur aufgrund von Unternehmenszahlen, sondern lassen sich von Emotionen und vorherrschenden Stimmungen leiten. Mit einer neuen Umfrage ermittelt Handelsblatt.com zusammen mit der Postbank die aktuelle Stimmung an der Börse und gibt Anlegern dadurch eine Orientierung bei Ihrer Geldanlage.

DÜSSELDORF. Jeder kann bei dem „Dax-Sentiment“ mitmachen. Es müssen lediglich drei Standardfragen sowie eventuell eine zusätzliche, je nach Börsensituation aktuelle Frage beantwortet werden.

Die Ergebnisse werden anschließend vom renommierten Börsen-Experten Thomas Theuerzeit ausgewertet. „Wir bieten Anlegern zusammen mit weiteren Daten Anhaltspunkte, wie der Dax sich in der Woche entwickeln könnte“, sagt Theuerzeit. Er ist verantwortlich für das Kompetenzcenter Technische Analyse und "Behavioral Finance" (verhaltensorientierte Finanzmarktanalyse) im Ressort Financial Markets der Deutschen Postbank AG und gilt als einer der führenden Fachleute auf dem Gebiet.

Die Umfrage startet jeden Donnerstag um 16 Uhr und endet am Sonntag um 18 Uhr. Die Auswertung steht Montagmittags auf Handelsblatt.com zur Verfügung. Einfacher haben es Leser, die sich für eine kostenlose Erinnerungsmail eintragen. Sie erhalten automatisch eine Mail mit der Bitte, an der Umfrage teilnehmen, und eine, wann die Experten-Auswertung im Laufe des Montags auf Handelsblatt.com zu lesen ist. Auszüge der Auswertung können Anleger dann auch in den Marktberichten auf der Handelsblatt-Website lesen.

Was kann man von Sentimentanalysen lernen? Anleger kennen die alte Börsenweisheit: „Buy on bad news“ und „Sell on good news“. Was übersetzt heißen soll: Ist die Stimmung gut, sollte man Aktien verkaufen, ist hingegen die Stimmung schlecht, sollte man sie eher kaufen. Eben ganz im Sinne der gegensätzlichen Meinung („Contrarian-Theory“). Diese Theorie geht davon aus, dass die allgemeine Meinungsbildung über Markttendenzen falsch ist.

Grundidee ist, dass in einer euphorischen Börsenstimmung die meisten Anleger bereits investiert sind und so nur noch wenig Liquidität für weitere Kurssteigerungen vorhanden ist. Bei einer schlechten Börsenstimmung hingegen halten viele Anleger Bargeld, das zu steigenden Kursen führt, sobald es wieder investiert wird.

„Doch so einfach ist es leider nicht immer“ sagt Theuerzeit. Klassische Stimmungsindikatoren sind oftmals verzerrt und liefern daher nur begrenzt eine sinnvolle Indikation. Es gilt, diese Verzerrungen herauszufiltern um ein mögliches „realitätsnahes Stimmungsbild“ zu erhalten. Hier helfen beispielsweise zusätzliche Informationen wie, von welchen Themen werden Anleger derzeit geleitet - sind sie aktuell im Markt investiert und welchen Zeithorizont bevorzugen sie? „Diese werden diese Erkenntnisse im Sinne der verhaltensorientierten Kapitalmarktanalyse („Behavioral Finance“) erforscht und liefern eine weitere Hilfestellung, um die Märkte transparenter zu machen“, sagt Theuerzeit.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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