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E-Plus erwartet starken Anstieg beim operativen Gewinn

Der drittgrößte Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland, E-Plus, rechnet im laufenden Jahr mit einen starken Anstieg des operativen Gewinns und erwartet das erfolgreichste Geschäftsjahr seit seiner Gründung im Jahr 1993. E-Plus-Chef Uwe Bergheim sagte am Rande der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin, das Vorsteuerergebnis Ebitda werde signifikant über dem Vorjahresergebnis von 400 Mill. DM liegen. "Damit meine ich nicht, mal eben nur 100 Mill. DM mehr", fügte Bergheim hinzu.

rtr BERLIN. Dieses Gewinnwachstum sei das Ergebnis von um rund 80 % zurückgefahrener Subventionen für Neukunden und kräftig gestiegener Marktanteile bei Geschäftskunden. Konkrete Angaben zum voraussichtlichen Nettoergebnis machte der E-Plus-Chef nicht, verwies aber darauf, dass das Unternehmen seit 1999 profitabel arbeite.

"Wir beweisen, dass man mit unter zehn Mill. Kunden Gewinn bringend arbeiten kann." Damit widersprach er Einschätzungen von anderen Branchenexperten, die im Hinblick auf die künftige Konkurrenzsituation von sechs UMTS-Mobilfunkanbietern in Deutschland mit einer zwangsweisen Konsolidierung rechnen.

Abkehr von den Privatkunden

Zu Ende Juli sank die Mobilfunkkundenzahl bei E-Plus erneut leicht und lag bei 7,52 Mill. nach 7,534 Mill. Ende Juni und 7,569 Mill. Ende Mai. E-Plus habe sich vorrangig auf die Gewinnung von Geschäftskunden und nicht wie in der Vergangenheit auf Privatkunden konzentriert. "Wir haben unseren Marktanteil bei Geschäftskunden im ersten Halbjahr auf 8,5 von zuvor sieben Prozent gesteigert und liegen damit über den eigenen Erwartungen", sagte der E-Plus-Chef. Bis Jahresende wolle man im lukrativen Geschäftskunden-Segment einen Marktanteil von zehn Prozent erreicht haben, was jedoch noch unter dem Marktdurchschnitt liege.

Die von Geschäftskunden stammenden Umsätze sind nach Bergheims Worten fünf wesentlich höher als von Privatkunden mit im voraus bezahlten Mobilfunkkarten. "Ein Geschäftskunde ersetzt uns fünf Prepaid-Kunden." Angaben zu den Durchschnittsumsätzen pro Kunde wollte Bergheim nicht machen. Man habe bei den Durchschnittsumsätzen zwar deutlich aufgeholt, doch seien die Umsätze noch immer geringer als bei den beiden Branchenführern T-Mobil und D2 Vodafone, die über mehr Geschäftskunden verfügten. Die eigene Position als Branchendritter sieht Bergheim nicht vom viertgrößten Anbieter Viag Interkom gefährdet. "Wir werden noch lange die Nummer Drei sein", sagte Bergheim.

Als neuen Service können sich Privatkunden mit einem Online-Account bei E-Plus ab sofort eingegangene E-Mails unterwegs am Handy vorlesen lassen. Auch die Beantwortung ist den Angaben zufolge über Sprache möglich, ebenso die Weiterleitung und das Verfassen neuer E-Mails. Bergheim bekräftigte, E-Plus werde zum Jahreswechsel eine europäische Variante der in Japan mit derzeit 25 Mill. Kunden äußerst beliebten Multimedia-Plattform I-Mode einführen. Die Gespräche mit Inhalte- und Anwendungsentwicklern, die starkes Interesse an dem mobilen Internet-Portal hätten, liefen auf Hochtouren.

"I-Mode wird ein Erfolg werden"

Auch mit den Handyherstellern sei man über die Muttergesellschaft KPN im Gespräch. Als Lieferanten für die mit farbigen und vergleichsweise größeren Bildschirmen ausgestatteten Handys kämen bislang nur japanische Mobiltelefonhersteller in Frage. "Die japanischen Hersteller sehen in der europäischen I-Mode-Variante eine Möglichkeit, gegen die in Europa dominierenden Handyproduzenten Nokia, Siemens und Ericsson anzutreten", sagte Bergeheim. Seiner Einschätzung nach wird I-Mode im Gegensatz zu dem gegenwärtigen WAP-Standard ein Erfolg werden, da für I-Mode keine Umprogrammierung von Internet-Seiten mehr notwendig sei. Die Kosten für die notwendige technische Umrüstung der GSM-Mobilfunksysteme auf I-Mode seien gering und beliefen sich auf einen niedrigen Millionen-Betrag.

Bei I-Mode kooperiert die in den Niederlanden, Deutschland und Belgien aktive E-Plus-Mutter KPN mit dem größten japanischen Mobilfunkkonzern NTT Docomo, der an einem geplanten Gemeinschaftsunternehmen 25 % halten wird. NTT Docomo ist zudem an der Mobilfunksparte KPN Mobile zu 15 % beteiligt. Auch Telecom Italia hat Interesse an einer Markteinführung von I-Mode. Weiterer Gesellschafter bei E-Plus ist der US-Telekomkonzern Bell South 22,5 %.

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