Neue Sparte: Singulus behält auch in Zukunft den Durchblick

Neue Sparte
Singulus behält auch in Zukunft den Durchblick

Schluss mit zyklisch: Das Technologieunternehmen baut einen neuen Geschäftszweig auf, mit dem es von den Schwankungen der Märkte unabhängiger sein will.

FRANKFURT/M. Auch die Börsensprache ist nicht frei von Klischees. So wird die Lufthansa oft "die Kranichlinie" tituliert, die Deutsche Post als "Aktie Gelb", und EM.TV wurde lange Zeit in einem Atemzug mit dem Wort "Highflyer" genannt, ehe es zum Absturz kam. Selbstredend sind die Software-Märkte "schnelllebig" und die Halbleiter-Märkte von Hause aus "schwankungsanfällig" oder auch "zyklisch". Zumindest bei Singulus, dem Hersteller von CD- und DVD-Produktionsmaschinen, wird sich mancher künftig etwas neues einfallen lassen müssen. Galt doch das Unternehmen aus dem beschaulichen Kahl am Main mit seinem Geschäftsmodell bislang als besonders "zyklisch".

Ab dem kommenden Jahr sollen dort aber auch Anlagen zur Entspiegelung von Brillengläsern produziert werden. Und eben damit lässt sich wesentlich einfacher planen als mit den CD- und DVD-Anlagen, die mal mehr und mal weniger gefragt sind. Die Experten sind schon voll des Lobes, was vor allem an drei Gründen liegt. Zum einen gilt der Eintritt in diesen Markt zwar als schwierig, Singulus verfügt aber aus seinem bisherigen Geschäft über wesentliches Know How in der Beschichtungstechnologie. Zweitens präsentierten die Franken mit dem Brillenglashersteller Rupp & Hubrach gleich den ersten Großkunden. Dass dieser in Kürze von der französischen Essilor-Gruppe übernommen wird, verleiht dem Deal eine noch größere Bedeutung. Und drittens kostet der Aufbau des neuen Geschäftsbereichs gerade mal 2 Mill. Euro, was in Anbetracht dessen, dass eine Anlage später mal 1,5 Mill. Euro kosten und eine Rohertragsmarge von 40 % einbringen soll, "Peanuts" sind.

Am Markt war bereits seit längerem darüber spekuliert worden, inwieweit Singulus den in vergangenen Jahr vorgestellten Prototypen im neu erschlossenen Segment der so genannten TMR-Beschichtungstechnologie weiter entwickeln würde. Der Schritt in Richtung Brillenglas-Beschichtung halten Analysten deshalb für nahe liegend und konsequent.

Trotz des neuen Geschäftszweigs ändert sich bei Singulus am bisherigen Stammgeschäft nichts. Etwa 60 % betrug im vergangenen Jahr der Umsatzanteil von Produktionsanlagen für vorbespielte DVDs. Da diese auffallend gefragt waren bei den Kunden, dürfte es in diesem Bereich erst mal zu einer Stagnation auf hohem Niveau kommen. Interessanter erscheint das Geschäft mit Produktionsanlagen für beschreibbare DVDs. Dieses Speichermedium findet nach Expertenmeinung immer mehr Akzeptanz, weshalb für die Zukunft mit stabilen Zuwachsraten gerechnet wird. In der Summe plant Singulus im laufenden Jahr ein Umsatz- und Ertragsplus von 20 %. Mit dieser Zahl überraschte das ansonsten für seine konservativen Prognosen bekannte Management in der vergangenen Woche seine Investoren. Einzig das noch immer "zyklische" Geschäftsmodell könnte dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung machen.

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