Neue Spekulationen
Britische Labour-Partei verliert Mitglieder

Der regierenden britischen Labour-Partei von Premierminister Tony Blair laufen die Mitglieder weg. Die Mitgliedschaft fiel Ende vergangenen Jahres mit 311 000 auf den niedrigsten Stand seit der Übernahme der Parteiführung durch Blair im Jahr 1994.

dpa LONDON. Mit 318 000 Mitgliedern sind die Konservativen jetzt die größte politische Partei. Am Sonntag sorgten in London Berichte über wachsende Spannungen zwischen Blair und Schatzkanzler Gordon Brown für Aufregung.

Blair habe "endgültig" entschieden, sich der Partei auch für eine dritte Legislaturperiode als Premierminister-Kandidat zur Verfügung zu stellen, berichtet der gut informierte BBC-Journalist, James Naughtie, in seinem neuen Buch "The Rivals" (Die Rivalen).

Blair habe sich entschlossen, einen abgeblich 1994 mit Brown verabredeten "Führungspakt" zu brechen. Danach soll Blair seinem langjährigen Parteifreund damals versprochen haben, nach zwei Legislaturperiode den Platz an der Labour-Spitze für ihn zu räumen. Brown verzichtete dafür seinerzeit auf die Führungsposition. "Blair hat nur zwei Ziele", schrieb Naughtie. "Er will das Euro-Referendum und eine dritte Amtszeit für Labour gewinnen."

Nach dem am Samstag veröffentlichten Jahresbericht hat Labour im Jahr 2000 etwa 50 000 Mitglieder verloren. Labour hatte im Jahr der Triumphwahl 1997 mit 405 000 Mitgliedern einen Rekord erreicht. Blair hatte sich damals das Ziel gesetzt, die Mitgliederzahl seiner "modernen Massenpartei" bis zu diesem Jahr auf 500 000 zu steigern. "Dieser Traum ist zerplatzt", kommentierte die "Times" am Samstag.

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