Neue Struktur im Internet
Icann plant Einführung zusätzlicher Domain-Namen

rtr BERLIN. Eine der wichtigsten Aufgaben des internationalen Internet-Kontrollorgans Icann ist die Vergabe von Endungen bei Internet-Adressen. Derzeit existieren - neben Länderkennungen wie ".de" für Deutschland - nur fünf weitere so genannte Top-Level-Domains (TLD) für die Angaben hinter dem letzten Punkt der Netz-Adresse: ".org" für Organisationen wie die UNO, ".com" für kommerzielle Angebote, ".gov" für Regierungen sowie ".net" und ".edu" für Internet- beziehungsweise Bildungsinformationen.

Bald könnten jedoch neue Kürzel wie ".bank", ".shop" oder ".kids" hinzu kommen. An entsprechenden Vorschlägen arbeitet zurzeit ein Gremium der "Internet Corporation for Assigned Names and Numbers" (ICANN). Mitte November will der Vorstand darüber entscheiden.

Die Frage, wie viele und welche TLDs zugelassen werden, wird die Struktur des Internets grundlegend verändern. Die Endungen sortieren die Angebote und Zugriffe im globalen Computerverbund. So könnten etwa unter ".shop" alle E-Commerce-Angebote gebündelt und damit die Suche der Nutzer erleichtert werden.

Welche neuen TLDs von Icann eingeführt werden, ist nach den Worten des deutschen Mitglieds der zuständigen Icann-Unterorganisation, Winfried Schüller, noch völlig offen. "Es herrscht ein sehr starkes Lobbying", sagt er. Ob sich etwa ".bank" oder ".finance" letztlich durchsetzten, sei noch nicht absehbar. Schüller, der bei der Deutschen Telekom globale Internet-Produkte entwickelt, rechnet damit, dass zwischen fünf und zehn neue TLDs das Rennen machen werden. Kritiker wie Andy Müller-Maguhn vom Chaos Computer Club und neu gewählter Europavertreter im Icann-Vorstand, warnen, das Internet werde bald ausschließlich von wirtschaftlichen Interessen bestimmt. "Der Namensraum wird von ICANN wie eine wirtschaftliche Ressource und nicht wie ein öffentliches Gut behandelt", so Müller-Maguhn.

Wunsch-Namensräume sind allerdings möglich. Anträge für TLDs konnten bei ICANN bis Anfang Oktober gestellt werden. Voraussetzung war jedoch die Zahlung von 50 000 US-Dollar. Trotz der hohen Summe, die keine Zulassung garantiert, seien mehr als 100 Anträge eingegangen. Darunter ".agency", ".fun", ".jazz", ".media", ".power", ".service", ".sex" und ".war". Welche der beantragten Adressen sich durchsetzen können, ist offen. Fest steht nur, dass lediglich eine sehr begrenzte Zahl zugelassen wird. Ende Dezember will ICANN über diese zweite Kategorie von TLDs, die so gennanten registrierten TLDs, entscheiden. Wer Erfolg hat, erhält für die beantragte TLD das Recht weltweit die Adressen innerhalb dieser Domain zu vergeben.

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