Neue Technologien beherrschen mehr und mehr die IT-Märkte
XML bringt Inhalte leichter ins Web

Internet-Technologien verändern nach wie vor unsere Märkte. Wurden früher neue Technologien hauptsächlich als Rationalisierungsinstrument eingesetzt, so erschließen und beherrschen sie heute neue Geschäftsfelder. Besonders deutlich wird dies im Bereich des E-Business.

Auch wenn sich die Wundersprache XML nicht sehr publikumswirksam präsentiert, arbeitete man hinter den Kulissen in den Entwicklungsabteilungen angestrengt an der Durchsetzung der neuen Metasprache. Und die Mühe hat sich gelohnt: Das Online-Geschäft (B2B) lebt wie der traditionelle Handel vom Austausch von standardisierten und strukturierten Dokumenten. Konsequenterweise wurde die Frage nach einer direkten Weiterverarbeitung der elektronisch ausgetauschten Daten laut. Da Hypertext Markup Language (HTML) hierfür nur begrenzte Möglichkeiten bietet, konnte XML seinen Siegeszug antreten. Mit XML lassen sich die Inhalte von Dokumenten auf einfache Weise als strukturierte Daten anwendungs- und herstellerneutral beschreiben. Sie können somit von unterschiedlichsten Computersystemen und-anwendungen gelesen, geschrieben, ausgetauscht und weiterverarbeitet werden. Der elektronische Austausch von Geschäftsdaten, Electronic Data Interchange (EDI), ist eine Form der Kommunikation, bei der kommerzielle und technische Daten plattformunabhängig zwischen Computern bzw. Applikationen verschiedener Geschäftspartner ausgetauscht werden.

Ein Kürzel macht von sich reden: XML, die eXtensible Markup-Language

Obwohl EDI schon lange existiert, sind hohe Implementierungs- und Betriebskosten jedoch häufig der Grund dafür, dass von einer EDI-Einführung abgesehen wird. Tauscht ein Unternehmen nur mit einem einzigen Partner EDI-Daten aus, kann sich diese Einstiegsinvestition kaum amortisieren - das EDI-System fungiert "als teures Faxgerät".

Doch das Internet verleiht dank seiner weiten Verbreitung, einfachen Zugangsmöglichkeit und der weltweit vorhandenen Infrastruktur EDI zu neuem Schwung. Als viel versprechend gilt dabei ein EDI-System unter Verwendung von XML. Auf Grund ihrer Vielseitigkeit und Flexibilität eignet sich die Sprache dazu, Informationen über das gesamte Unternehmen hinweg effizient und kostengünstig zu verteilen. Darüber hinaus können XML-Dokumente nicht nur via Web-Browser dargestellt oder auf Papier gebracht werden, sie stehen auch für die direkte Weiterverarbeitung in Programmen zur Verfügung, in denen die logische Bedeutung der Informationen eine Rolle spielt.

"Web-EDI ist eine viel versprechende Ergänzung zu klassischen EDI-Lösungen", urteilt Heidemarie Lindner vom Siemens Competence Center e-Business Integration. Global Player haben die Vorteile bereits für sich entdeckt. So kann die Siemens AG bereits 52 000 Lieferanten in eine eigens entwickelte Web-EDI-Lösung einbinden.

Hinter den Kulissen wird angestrengt an der Durchsetzung der neuen Metasprache gearnbeitet

Durch die Anbindung einer größeren Zahl von Partnern wächst das Potenzial für zusätzliche Verkäufe. Mit Web-EDI können zudem attraktive Dienstleistungen angeboten werden, die traditionelle Kommunikationswege überflüssig machen. Dies bedeutet Einsparpotenzial und Mehrwert für die Geschäftspartner, da durch das Verlagern von Transaktionen auf das Internet mehrfaches manuelles Eingeben von Daten überflüssig wird.

Beim XML-basierten Web-EDI hat der Anwender die Möglichkeit, mittels so genannter "Turn-around"-Funktionen vergleichsweise einfach korrespondierende Antwortnachrichten zu erzeugen: Da in XML alle relevanten Dokumentendaten enthalten sind, kann etwa von einer eingestellten Bestellung eines Unternehmens bequem per Tastendruck die entsprechende Auftragsbestätigung generiert werden.

Auf XML basierenden Dokumente sind vom Bankkunden jederzeit und ortsunabhängig per PC, Handy oder Palm einsehbar

Dazu müssen die Informationen, die bereits in der Bestellung verankert sind, wiederverwendet werden. "Da bei Angeboten und Bestellungen, bei Rechnungen und Überweisungen die Daten zu 99 % identisch sind, lassen sich Fehlerquellen, die sich beim Ausfüllen von Formularen immer wieder einschleichen, durch den Automatismus einer XML-basierten EDI-Lösung erheblich minimieren", so Thomas Seiling von XML-Solutions in München.

Als weltweit erste Bank stellt die Hypo-Vereinsbank in Zusammenarbeit mit memIQ und Siemens Business Services ihren Kunden persönliche Kontendaten elektronisch zur Verfügung. Abgeholt und nach XML konvertiert werden die Daten bei der Hypo-Vereinsbank an der Druckerschnittstelle. Die konvertierten, intelligenten Dokumente entsprechen im Layout den Papierdokumenten der Bank, ordnen sich jedoch selbst in vordefinierte Ordner ein und sind mit Zusatzfunktionen wie Erinnerungsfunktion, Suchfunktion, Konsolidierung und Auswertung ausgestattet. Die auf XML basierenden Dokumente sind vom Bankkunden jederzeit und ortsunabhängig per PC, Handy oder Palm einsehbar.

"Nach wie vor halten Unternehmen ihre Daten in Datenbanken vor, die dort mit erheblichem Aufwand strukturiert werden, um dann in Druckdaten konvertiert, ausgedruckt und zugeschickt zu werden", beschreibt Robert Frost, Leiter Professional Services der memIQ AG den aktuellen Firmenzustand hier zu Lande. "Der Kunde muss dann diese Dokumente sichten, sortieren, archivieren und später wieder suchen. Dieses Procedere zeigt, dass es für Unternehmen nach wie vor teuer ist, Kunden mit Informationen zu versorgen. Eine Archivlösung auf Basis von XML kann hier Abhilfe schaffen", so Frost.

Medienneutrales Publizieren, Integration von Geschäftsanwendungen, Datenbanken und Internet-Quellen, Erschließung neutraler Inhalte aus verschiedenen Datenquellen, EDI für jedermann sowie virtuelle Marktplätze sind Bereiche, in denen XML effizient eingesetzt werden kann. Im Zusammenhang mit E-Commerce und E-Business bietet XML zudem entscheidende Vorteile gegenüber HTML. Nur XML erlaubt die Definition von inhaltlichen Informations- und Datenstrukturen und somit eine direkte, automatische Datenweiterverarbeitung, so dass eine durchgängige Geschäftsprozesskette von der Bestellung bis hin zur Produktion und Auslieferung realisiert werden kann.

Übrigens: Auch die Daten der deutschen Wetterstationen gelangen inzwischen fast ausschließlich via XML-Konvertierung auf die Wetterkarten unseres Pantoffelkinos. Mit anderen Worten: XML kann für Endanwender und Unternehmen wesentliche Vorteile bieten.

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