Neue TGV-Verbindung
Paris rückt näher ans Mittelmeer

Ab Donnerstag verbindet der französische Hochgeschwindigkeitszug TGV die Hauptstadt mit der Hafenstadt Marseille in drei Stunden. Bisher beträgt die Fahrzeit auf der fast 900 Kilometer langen Strecke viereinhalb Stunden.

rtr PARIS. Die französische Eisenbahn SNCF hofft und die Fluglinie Air France befürchtet, dass jährlich 600 000 Reisende vom Flugzeug auf den TGV umsteigen werden. Der neue TGV-Mediterranee wird von Staatspräsident Jacques Chirac auf die neue Strecke von Lyon nach Marseille geschickt werden. Dieser Abschnitt kostete die SNCF umgerechnet 7,5 Mrd. DM. Die Strecke Paris-Lyon war die erste, die Frankreich in den 80er Jahren für den Schnellverkehr mit mehr als 250 Stundenkilometer gebaut hat.

Bisher galt die Verbindung von Paris in die zweitgrößte Stadt Frankreichs am Mittelmeer als Domäne des Flugverkehrs. Vielen Reisenden war die Bummelfahrt auf der alten, kurvenreichen Strecke ab Lyon zu langsam, denn hier war nur die Hälfte der 270 Stundenkilometer möglich. Die SNCF rechnet auf der neuen Verbindung mit jährlich 23 Mill. Fahrgästen. Die Region Marseille, wo die Arbeitslosenquote über dem Durchschnitt liegt, erhofft sich neue wirtschaftliche Impulse.

Neuer Knotenpunkt in Frankreich wird Lyon. Über diese aufstrebende Großstadt rückt Marseille dann auch näher an Deutschland und die Schweiz heran. So wird es zum Sommerfahrplan ab 10. Juni erstmals einen Eurocity (EC) von Lyon nach Frankfurt am Main geben. Auch eine neue TGV-Verbindung nach Turin wird eröffnet. Angedacht ist zudem die Verlängerung über Marseille hinaus nach Barcelona. Und Barcelona wird gegenwärtig bereits mit einer Schnellverbindung - hier heißt der Zug AVE (Vogel) - an die spanische Hauptstadt Madrid angebunden.

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