Neue Umfrage
Dax-Sentiment: Fällt jetzt die 6000-Punkte-Marke?

Rund 300 Punkte hat der Dax in dieser Woche verloren, der deutsche Leitindex ist in Richtung neues Jahrestief unterwegs. Wird das Börsenbarometer in der kommenden Woche unter die Marke von 6 000 Punkten fallen? Oder kommt es endlich zu einer Gegenbewegung? Machen Sie mit der der aktuellen Umfrage.

HB DÜSSELDORF. Am vergangenen Montag schrieb Sentiment-Experte Thomas Theuerzeit: "Offensichtlich gehen die befragten Leser derzeit davon aus, dass der Dax um die 6 400er Marke einen neuen Versuch gen Norden wagt. Grundsätzlich ist das nicht unwahrscheinlich, zumal er hier in etwa an seinem 38Tagedurchschnitt notiert. Und dieser ist für den Dax in der Vergangenheit von hoher Bedeutung gewesen. Eine wesentlich sinnvollere Unterstützung läge jedoch erst um 6 250 Punkte vor. Daher muss ernsthaft ins Kalkül gezogen werden, dass der Dax dieses Niveau auch wenigstens noch erreichen wird. Aus sentimenttechnischen Gesichtspunkten mangelt es immer noch an einer Kapitulationsstimmung. Auch die aktuellen Ergebnisse lässt diese noch nicht einmal im Ansatz erkennen. Doch eine Woche der Entspannung kann es durchaus werden und ein Schlussstand oberhalb der 6 439er Marke wäre damit möglich - wenn derzeit auch mit höheren Risiken belegt."

Da hatte Theuerzeit zum Teil Recht. Der Dax fiel auf die Marke von 6 250 Punkten, konnte sich aber nicht erholen und notiert am Donnerstag abend bei über 6 240 Zählern. Und wie geht es nun weiter?

Jeder kann bei dem "Dax-Sentiment" mitmachen, der Online-Umfrage in Zusammenarbeit mit der Postbank. Es müssen lediglich drei Standardfragen beantwortet werden.

Die Ergebnisse werden anschließend vom renommierten Börsen-Experten Thomas Theuerzeit ausgewertet. "Wir bieten Anlegern zusammen mit weiteren Daten Anhaltspunkte, wie der Dax sich in der Woche entwickeln könnte", sagt Theuerzeit. Er ist verantwortlich für das Kompetenzcenter Technische Analyse und "Behavioral Finance" (verhaltensorientierte Finanzmarktanalyse) im Ressort Financial Markets der Deutschen Postbank AG und gilt als einer der führenden Fachleute auf dem Gebiet.

Die Umfrage startet jeden Donnerstag um 16 Uhr und endet am Sonntag um 18 Uhr. Die Auswertung steht Montagmittags auf Handelsblatt.com zur Verfügung. Einfacher haben es Leser, die sich für eine kostenlose Erinnerungsmail (Sentiment-Newsletter, siehe unten) eintragen. Sie erhalten automatisch eine Mail mit der Bitte, an der Umfrage teilnehmen, und eine mit dem Hinweis darauf, dass eine neue Experten-Auswertung auf Handelsblatt.com zu lesen ist.

Was kann man von Sentimentanalysen lernen? Anleger kennen die alte Börsenweisheit: "Buy on bad news" und "Sell on good news". Was übersetzt heißen soll: Ist die Stimmung gut, sollte man Aktien verkaufen, ist hingegen die Stimmung schlecht, sollte man sie eher kaufen. Eben ganz im Sinne der gegensätzlichen Meinung ("Contrarian-Theory"). Diese Theorie geht davon aus, dass die allgemeine Meinungsbildung über Markttendenzen falsch ist.

Grundidee ist, dass in einer euphorischen Börsenstimmung die meisten Anleger bereits investiert sind und so nur noch wenig Liquidität für weitere Kurssteigerungen vorhanden ist. Bei einer schlechten Börsenstimmung hingegen halten viele Anleger Bargeld, das zu steigenden Kursen führt, sobald es wieder investiert wird.

"Doch so einfach ist es leider nicht immer" sagt Theuerzeit. Klassische Stimmungsindikatoren sind oftmals verzerrt und liefern daher nur begrenzt eine sinnvolle Indikation. Es gilt, diese Verzerrungen herauszufiltern um ein mögliches "realitätsnahes Stimmungsbild" zu erhalten. Hier helfen beispielsweise zusätzliche Informationen wie, von welchen Themen werden Anleger derzeit geleitet - sind sie aktuell im Markt investiert und welchen Zeithorizont bevorzugen sie? "Diese werden diese Erkenntnisse im Sinne der verhaltensorientierten Kapitalmarktanalyse ("Behavioral Finance") erforscht und liefern eine weitere Hilfestellung, um die Märkte transparenter zu machen", sagt Theuerzeit.

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