Neue Umfrage
Dax-Sentiment: Setzt der Index Erholung fort?

Der Dax hatte sich zwischenzeitlich über 7 000 Punkte hochgekämpft. Wird der deutsche Index in der kommenden Woche nun seinen wichtigen Widerstand überwinden oder wieder „abtauchen“? Eine Einschätzung dazu liefert Ihnen das Dax-Sentiment, eine Online-Umfrage des Handelsblatts in Zusammenarbeit mit der Postbank. Machen auch Sie mit.

DÜSSELDORF. In dieser Handelswoche ging es seitwärts mit dem Dax, der am Montag bei 6900 Punkten stand. Am Dienstag notierte das deutsche Börsenbarometer in der Spitze sogar bei 7 060 Zählern, ehe es wieder abwärts ging. "Auf der Oberseite stellt das Widerstandsbündel zwischen 7 040 und 7 190 Punkten weiterhin den entscheidenden Trigger für einen neuen Aufwärtstimpuls dar", stellte Börsen-Experte Thomas Theuerzeit am vergangenen Montag fest. Für ihn wären neue Tiefstkurse ein weiteres Szenario. "In diesem Fall wäre formaltechnisch mit einem Test der 5 800er Marke, aus quantitativer Sicht mit wenigstens einem Test der 6 120 bzw. 5 960er Marke zu rechnen" meint Theuerzeit. Und welches Szenario trifft nun ein?

Mitentscheidend dürfte auch die Stimmung an den Börsen sein. Und die wird mit dem „Dax-Sentiment“ ermittelt. Es müssen lediglich drei Standardfragen sowie eventuell eine zusätzliche, je nach Börsensituation aktuelle Frage beantwortet werden.

Die Ergebnisse werden anschließend vom renommierten Börsen-Experten Thomas Theuerzeit ausgewertet. „Wir bieten Anlegern zusammen mit weiteren Daten Anhaltspunkte, wie der Dax sich in der Woche entwickeln könnte“, sagt Theuerzeit. Er ist verantwortlich für das Kompetenzcenter Technische Analyse und "Behavioral Finance" (verhaltensorientierte Finanzmarktanalyse) im Ressort Financial Markets der Deutschen Postbank AG und gilt als einer der führenden Fachleute auf dem Gebiet.

Die Umfrage startet jeden Donnerstag um 16 Uhr und endet am Sonntag um 18 Uhr. Die Auswertung steht Montagmittags auf Handelsblatt.com zur Verfügung. Einfacher haben es Leser, die sich für eine kostenlose Erinnerungsmail eintragen. Sie erhalten automatisch eine Mail mit der Bitte, an der Umfrage teilnehmen, und eine, wann die Experten-Auswertung im Laufe des Montags auf Handelsblatt.com zu lesen ist. Auszüge der Auswertung können Anleger dann auch in den Marktberichten auf der Handelsblatt-Website lesen.

Was kann man von Sentimentanalysen lernen? Anleger kennen die alte Börsenweisheit: „Buy on bad news“ und „Sell on good news“. Was übersetzt heißen soll: Ist die Stimmung gut, sollte man Aktien verkaufen, ist hingegen die Stimmung schlecht, sollte man sie eher kaufen. Eben ganz im Sinne der gegensätzlichen Meinung („Contrarian-Theory“). Diese Theorie geht davon aus, dass die allgemeine Meinungsbildung über Markttendenzen falsch ist.

Grundidee ist, dass in einer euphorischen Börsenstimmung die meisten Anleger bereits investiert sind und so nur noch wenig Liquidität für weitere Kurssteigerungen vorhanden ist. Bei einer schlechten Börsenstimmung hingegen halten viele Anleger Bargeld, das zu steigenden Kursen führt, sobald es wieder investiert wird.

„Doch so einfach ist es leider nicht immer“ sagt Theuerzeit. Klassische Stimmungsindikatoren sind oftmals verzerrt und liefern daher nur begrenzt eine sinnvolle Indikation. Es gilt, diese Verzerrungen herauszufiltern um ein mögliches „realitätsnahes Stimmungsbild“ zu erhalten. Hier helfen beispielsweise zusätzliche Informationen wie, von welchen Themen werden Anleger derzeit geleitet - sind sie aktuell im Markt investiert und welchen Zeithorizont bevorzugen sie? „Diese werden diese Erkenntnisse im Sinne der verhaltensorientierten Kapitalmarktanalyse („Behavioral Finance“) erforscht und liefern eine weitere Hilfestellung, um die Märkte transparenter zu machen“, sagt Theuerzeit.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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