Neue Unruhen im indischen Teil Kaschmirs
Indien verschärft die Sicherheitsmaßnahmen

Nach der Explosion einer Bombe in einem Regionalzug in Bombay mit elf Toten hat Indien am Freitag die Sicherheitsmaßnahmen in den Großstädten drastisch verschärft.

HB/dpa NEU DELHI. Vor dem Bahnhof von Neu Delhi wurden am Nachmittag weitere sechs Sprengkörper in einer Plastiktüte gefunden, meldete das "Star News"-Fernsehen unter Berufung auf Beamte der Bahnpolizei. Zusätzliche Polizeikräfte und Scharfschützen sicherten strategische Punkte der Hauptstadt. An den Ausfallstraßen wurden Kontrollposten eingerichtet.

Bei der Explosion in einem nur Frauen vorbehaltenen Erster-Klasse- Waggon eines Regionalzuges waren Donnerstagabend außerdem 64 Personen verletzt worden, 18 von ihnen so schwer, dass mit weiteren Todesopfern gerechnet wurde. Es war der vierte Anschlag in Bombay in den vergangenen vier Monaten, bei denen zwei Menschen getötet und mehrere Dutzend verletzt wurden.

Der jüngste Anschlag erfolgte fast auf den Tag genau zehn Jahre nach einer Bombenserie, die 1993 Bombay erschütterte. Damals starben 251 Menschen, während 713 verletzt wurden.

Unruhen in Kaschmir

Bei Unruhen im indischen Teil Kaschmirs sind am Freitag mindestens neun Menschen getötet worden. Vier Polizisten kamen nach Angaben der Sicherheitskräfte ums Leben, als sie ein von Kaschmir-Rebellen besetztes Hotel in der Stadt Poonch stürmen wollten. Bei einer Razzia in Bonagam wurden nach Berichten der indischen Nachrichtenagentur UNI drei Aufständische getötet, zwei weitere wurden bei einer Auseinandersetzung mit Sicherheitskräften in Nagam in Nord-Kaschmir erschossen.

Das von Rebellen besetzte Hotel wurde nach Informationen des Fernsehsenders Star News nach der versuchten Erstürmung durch die Polizei von der Armee belagert. Geiseln sollen nicht genommen worden sein.

Muslimische Separatisten wollen den indischen Teil Kaschmirs vom überwiegend hinduistischen Indien abtrennen und mit dem pakistanischen Kaschmirgebiet vereinigen.

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