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Neue US-Angriffe auf Falludscha

Die US-Armee hat in der Nacht zum Dienstag nach Angaben von Augenzeugen Ziele in vier verschiedenen Vierteln der westirakischen Aufständischen-Hochburg Falludscha bombardiert. Die US-Armee sprach von Luftangriffen auf Waffenlager und Verstecke der Terrorgruppe von Abu Mussab al-Sarkawi.

dpa FALLUDSCHA. Die US-Armee hat in der Nacht zum Dienstag nach Angaben von Augenzeugen Ziele in vier verschiedenen Vierteln der westirakischen Aufständischen-Hochburg Falludscha bombardiert. Die US-Armee sprach von Luftangriffen auf Waffenlager und Verstecke der Terrorgruppe von Abu Mussab al-Sarkawi.

Angaben über Opfer lagen zunächst nicht vor. "Mehrere Folgeexplosionen deuten darauf hin, dass in den Häusern eine große Menge Sprengstoff oder Munition gelagert wurde", hieß es in einer Mitteilung der Amerikaner. Al-Sarkawi sei derzeit dabei, die Führungsspitze seiner Gruppe neu zu organisieren, nachdem die US- Armee mehrere Anführer getötet habe.

In der Nacht zum Dienstag ließ die Armee den Polizeichef der Stadt, Sabar el Dschanabi, nach drei Tagen frei. Dieser erklärte, er kenne den Grund für seine Festnahme nicht. "Vor allem, da ich mich drei Mal pro Woche mit der US-Militärführung getroffen habe, verstehe ich das nicht", sagte er.

Zuvor war der Internetseite der irakischen Extremistengruppe Ansar al-Sunna eine Erklärung aufgetaucht, in der sich die Gruppe zu der Ermordung von neun Polizisten in Latifija am Sonntag bekannte. Außerdem berichtete sie über ein fehlgeschlagenes Attentat auf Ministerpräsident Ijad Allawi am Sonntag in Bagdad. Die Mörsergranaten seien kurz vor dessen Besuch in einer Waffensammelstelle eingeschlagen, hieß es.

Unterdessen weisen Geheimdiensthinweise und Informationen aus Extremistenkreisen darauf hin, dass die am Wochenende veröffentlichte Ergebenheitsadresse des jordanischen Terroristen Abu Mussab al-Sarkawi an El-Kaida-Anführer Osama bin Laden echt ist. Die "Washington Post" berichtete am Dienstag, US-Geheimdienste hielten die im Internet verbreitete Loyalitätsbekundung des Terroristen, der sich in der Umgebung der westirakischen Stadt Falludscha verstecken soll, für authentisch.

Die arabische Zeitung "Al-Hayat" zitierte einen Mann in Falludscha, der Al-Sarkawi kürzlich getroffen haben will. Der Jordanier habe auf die Frage einiger seiner arabischen Kämpfer, weshalb er sich denn nicht um eine Allianz mit Bin Laden bemühe, gesagt, er denke darüber nach und schließe dies nicht aus. Durch seine jüngste Erklärung gelinge es Al-Sarkawi, "mehr (arabische Kämpfer) um sich zu scharen und seinen Einfluss auszuweiten, auf Kosten anderer Gruppen, die gegen die Amerikaner kämpfen", schloss die Zeitung.

In der Al-Sarkawi zugeschriebenen Erklärung vom Sonntag hieß es, der Jordanier wolle künftig gemeinsam mit dem "Scheich der Gotteskrieger", Osama bin Laden gegen "die Feinde des Islam" kämpfen. Die meisten Terrorismus-Experten sind der Meinung, dass Al-Sarkawi und seine Gruppe El Tawhid wa El Dschihad bislang nicht direkt zu El Kaida gehörten, auch wenn sich Ziele zum Teil mit denen des Terrornetzwerks von Bin Laden überschneiden. Einige sahen in ihm sogar eher einen Rivalen Bin Ladens.

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