Neue US-Botschaft
Mit Bush zurück ins Herz Berlins

Die USA wollen im Herzen Berlins Flagge zeigen. Mit einem Paukenschlag und viel historischer Symbolik möchten die Vereinigten Staaten ihr neues Botschaftsgebäude in der Hauptstadt eröffnen. Für dieses Ereignis erwartet der US-Botschafter in Berlin, William Timken, "very senior officials".

BERLIN. Eigentlich ist William Timken gar kein Diplomat, sondern Unternehmer mit einer Neigung zu klaren Worten. Aber als US-Botschafter in Berlin kennt er die Spielregeln. Und als er die große Ereignisse zur Eröffnung der neuen US-Botschaft ankündigt, klingt er deshalb auch ungewohnt geheimnisvoll. Man erwarte "very senior officials", die am 4. Juli die Botschaft eröffneten. Dabei pfeifen es in Berlin die Spatzen von den Dächern, dass US-Präsident George W. Bush und Bundeskanzlerin Angela Merkel höchstpersönlich das neue Gebäude am Brandenburger Tor einweihen wollen.

Am diplomatischen Großereignis gibt es keinen Zweifel, weil mit dem derzeit noch eingerüsteten Botschaftsneubau so viel Symbolik für die deutsch-amerikanischen Beziehungen verbunden ist. So steht die Botschaft, die die letzte Baulücke am Pariser Platz schließt, auf historischem Gelände. Bis 1939 befand sich an gleicher Stelle die US-Botschaft, die nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges geschlossen wurde.

Zudem soll das Gebäude eine neue Normalität für die Amerikaner in Berlin demonstrieren. "Mehr Offenheit" verspricht Timken - und mehr Gäste durch kulturelle Veranstaltungen auch in der Botschaft. Während um das derzeitige Botschaftsprovisorium in der Neustädtischer Kirchstraße drei Straßen gesperrt werden mussten, versprechen die Amerikaner größtmögliche Normalität am Pariser Platz. Das ist für die meisten Berliner so wichtig wie die Ankündigung, dass sie am 5. Juli ein deutsch-amerikanisches Volksfest am Brandenburger Tor erwarten können. Denn noch immer halten sich Zweifel, ob die Eröffnung der Botschaft nicht zur Sperrung des Pariser Platzes und der Straße zum Tiergarten führen wird. Knapp hundert 100 Meter weiter ist nämlich der Verkehr vor der britischen Botschaft seit den Anschlägen vom 11. September 2001 untersagt.

Immer wieder hat die US-Botschaft in den vergangen Jahren solche Zweifel zu zerstreuen versucht - "auch wenn eine Sperrung letztlich nicht unsere Entscheidung, sondern die der Stadt Berlin ist", wie Timken betont. Jedenfalls hat Washington sich das Gebäude 130 Mill. Dollar kosten lassen, um moderne Architektur mit modernster Sicherheitstechnik zu verbinden. "Sicher hätten wir die Botschaft irgendwo im Wald für halb so viel Geld und mit doppelt soviel Sicherheit bauen können", sagt Timken. Aber genau das wollte man nicht. Die USA wollen im Herzen Berlins Flagge zeigen.

Und weil alles symbolisch ist an der neuen Botschaft, hat Timken vorgesorgt, dass man die engen deutsch-amerikanische Beziehungen auch in dem Gebäude selbst spürt: Für den Eingangsbereich hat er einen US-Adler aus Meißener Porzellan bestellt.

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