Neue US-Regierung
Außenministerin Clinton?

Die Spekulationen schießen ins Kraut, nachdem Hillary Clinton den gewählten US-Präsidenten Barack Obama besucht hatte: Wird die einstige Gegenkandidatin Baracks neue Außenministerin? Im Gerüchte-Karussell tauchen indes auch andere Namen auf.

HB WASHINGTON. Ein Stratege der Demokratischen Partei, James Carville, sagte am Freitag (Ortszeit) dem Fernsehsender CNN, die Gespräche mit dem designierten Präsidenten Barack Obama seien schon "ziemlich weit fortgeschritten". Obama und Clinton trafen sich bereits am Donnerstag in Chicago, wie der Fernsehsender NBC berichtete. "Sie wusste, sie würde dort nicht hinfahren, um Tee mit dem zukünftigen Präsidenten zu trinken", sagte Carville, der 1992 den Wahlkampf für Hillarys Clintons Ehemann Bill leitete und ein enger Vertrauter des Ehepaares ist.

Wie der Sender weiter berichtete, fragte der künftige Präsident Barack Obama die New Yorker Senatorin, ob sie für das Amt des Außenministers in seiner künftigen Regierung zur Verfügung stehe. Nach Angaben "mehrerer Quellen" in der demokratischen Partei habe Obama Clinton dabei den Eindruck vermittelt, der Job könnte ihrer sein, wenn sie ihn wolle.

Der Fernsehsender ABC meldete hingegen aus dem Umfeld des Obama-Teams, bei den Gesprächen der beiden sei es nicht "um ein hartes Angebot" gegangen. Obama sei damit sehr vorsichtig. Laut ABC habe Obama Clinton gesagt, er wisse, wie sehr sie sich "um das Gesundheitssystem sorge, es gibt jedoch noch andere Herausforderungen". Die Senatorin selbst hielt sich bedeckt. Sie wolle über die künftige Regierung Obamas nicht spekulieren, sagte Clinton am Freitag.

Die Aussicht, dass die frühere First Lady zur Außenministerin werden könnte, teilt offenbar das Lager des künftigen US-Präsidenten. Die „Washington Post“ berichtete, einige Unterstützer des gewählten Präsidenten hätten „schockiert“ auf die Meldungen reagiert. Clintons Mitarbeiter seien hingegen erfreut gewesen.

Für das Außenressort sind weitere prominente Demokraten wie der ehemalige Präsidentschaftskandidat John Kerry und der Gouverneur des Bundesstaats New Mexico und frühere UN-Botschafter, Bill Richardson, im Gespräch. Wie die "Washington Post" berichtete, traf Obama am Freitag mit Richardson, zusammen. Die Zeitung berichtet unter Berufung auf demokratische Parteikreise weiter, das Treffen mit Richardson habe in Obamas Heimatstadt Chicago stattgefunden. Einzelheiten des Gesprächs wurden nicht bekannt. Der Demokrat Richardson hatte unter Präsident Bill Clinton als Energieminister gedient. Als möglicher Kandidat gilt auch der republikanische Senator Richard Lugar.

Obama und Clinton hatten sich bis zuletzt ein erbittertes Vorwahlrennen geliefert. Die Ex-First-Lady akzeptierte zunächst nur widerwillig ihre Niederlage. Dann stellte sie sich aber vorbehaltlos hinter Obama und machte aktiv Wahlkampf für ihn. Entgegen Forderungen enttäuschter Clinton-Anhänger entschied sich Obama jedoch nicht für Clinton als Vizekandidatin, sondern für den erfahrenen Außenpolitiker Joe Biden.

Die Besetzung des Außenministeriums gilt normalerweise als Schlüsselpersonalie einer neuen US-Regierung. Wegen der Finanzkrise erhält derzeit allerdings die Frage nach dem künftigen Finanzminister mehr Aufmerksamkeit. Unterdessen ernannte Obama seine langjährige Vertraute Valerie Jarrett zu seiner obersten Beraterin im Weißen Haus. Das verlautete aus dem Team des künftigen Präsidenten. Jarrett war für mehrere Spitzenämter der neuen Regierung im Gespräch. Unter dem amtierenden Präsidenten George W. Bush hatte Karl Rove die Position eines Senior Advisers inne.

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