Neue Verhaltensregeln für Unternehmen
Der Kodex

Gefälschte Bilanzen und üppig wachsende Vorstandszulagen: Manch ein deutscher Manager konzentriert seine unternehmerische Tatkraft vor allem auf seine privaten Vermögensverhältnisse. Jetzt hat sich die deutsche Wirtschaft freiwillig einen Verhaltenskodex auferlegt, der für Transparenz sorgen soll.

md DÜSSELDORF. Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin hat den Kodex Ende Februar vorgestellt. Eine Regierungskommission unter Vorsitz von Gerhard Cromme, dem Aufsichtsratsvorsitzenden von Thyssen-Krupp, hat darin 50 Regeln für Vorstände und Aufsichtsräte erarbeitet.

Hier der Kodex im Wortlaut. Zum Download der pdf-Datei.

"Mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex sollen die in Deutschland geltenden Regeln für Unternehmensleitung und-überwachung für nationale wie internationale Investoren transparent gemacht werden, um so das Vertrauen in die Unternehmensführung deutscher Gesellschaften zu stärken", erklärt Cromme.

Inhaltlich legt er national und international anerkannte Standards fest, etwa die Empfehlung, Vorstandsbezüge individuell aufgegliedert offen darzulegen. Bisher werden die Vorstandsvergütungen im Geschäftsbericht immer nur als Summe genannt.

Mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex sollen Cromme zufolge die in Deutschland geltenden Regeln für Unternehmensleitung und-überwachung für nationale wie internationale Investoren transparent gemacht werden, um so das Vertrauen in die Unternehmensführung deutscher Gesellschaften zu stärken.

Der Kodex adressiere alle wesentlichen - vor allem internationalen - Kritikpunkte an der deutschen Unternehmensverfassung. Dazu gehörten die mangelhafte Ausrichtung auf Aktionärsinteressen, die duale Unternehmensverfassung mit Vorstand und Aufsichtsrat, die mangelnde Transparenz deutscher Unternehmensführung und die mangelnde Unabhängigkeit deutscher Aufsichtsräte sowie die eingeschränkte Unabhängigkeit der Abschlußprüfer.

Der Kodex bleibt freiwillig, die Unternehmen werden allerdings über das Transparenz- und Publizitätsgesetz (TransPug) verpflichtet, einmal jährlich zu erklären, ob sie sich an den Kodex halten oder aber warum sie es nicht tun. Dieses TransPug soll noch in der laufenden Legislaturperiode verabschiedet werden, sodass die Regelungen schon im nächsten Geschäftsjahr wirksam werden können.

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