Neue Verschlüsselungstechnik: Premiere setzt auf US-Kino und Sport

Neue Verschlüsselungstechnik
Premiere setzt auf US-Kino und Sport

Der verlustreiche Abo-Sender Premiere will mit US- Kinofilmen und exklusiven Sport-Übertragungen in die schwarzen Zahlen kommen. "Wir hatten ein hervorragendes viertes Quartal 2002 mit einem prozentual zweistelligen Umsatzwachstum", berichtete der Vorsitzende der Geschäftsführung, Georg Kofler, am Donnerstagabend in Hamburg.

HB/dpa HAMBURG. Der Sender sei auch im laufenden Quartal auf diesem Weg. Daher sei er sicher, das Ziel von 2,9 Mill. Abonnenten bis Ende 2003 zu erreichen, sagte Kofler. Auf dieser Basis sei mit schwarzen Zahlen wahrscheinlich schon im 1. Quartal 2004 zu rechnen.

Ende 2002 zählte Premiere nach eigenen Angaben 2,596 Mill. Abonnenten, ein Zuwachs von 7,7 % verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Von August bis September verzeichnete Premiere unterm Strich einen Zuwachs von 200 000 Abonnenten. Die weitere Kundengewinnung soll über die Ausgabe von rund 2 000 Test-Abonnements forciert werden. Nach ersten Erfahrungen daraus sind laut Kofler 30 bis 40 % der Test-Haushalte bereit, einen Vertrag mit Premiere abzuschließen. Preiserhöhungen soll es in diesem Jahr nicht geben. Im Herbst will der Sender ein neues Verschlüsselungssystem einsetzen, auch um "hunderttausenden, die schwarz sehen", das Handwerk zu legen.

Deutliche Kritik äußerte Kofler an der unterschiedlichen Mehrwertsteuerbelastung von Abonnements im Fernsehen (16 %) verglichen mit Zeitschriften-Abos (sieben Prozent). "Gebt uns einen Mehrwertsteuer-Vorteil von sieben Prozent, und wir verpflichten uns, dass wir in deutsche Kinoproduktionen investieren", sagte Kofler. Er sprach von einem Investitionsvolumen von 70 bis 80 Mill. ?.

In Bezug auf das "beste Programmangebot in der Unternehmensgeschichte" verwies der Premiere-Chef auf neue Verträge mit Lizenzgebern. Der Sender hat sich die Live-Übertragung der Formel-1-Rennen auf sechs Kanälen bis Ende der Saison 2006 gesichert. Für die UEFA Champions League hat Premiere ein Angebot eingereicht. Es sei im Preis angemessen, liege aber niedriger als in dieser Saison. Kofler zeigte sich zuversichtlich, die neuen Übertragungsrechte zu bekommen. In 2003 sollen 5000 Stunden Sport live ausgestrahlt werden. Die Fußball-Bundesliga wird nach Angaben von Premiere von mehr als drei Mill. Zuschauern verfolgt. Eine halbe Mill. Fans schalten demnach die 2. Bundesliga ein.

Mit allen acht großen Hollywood-Studios, darunter Disney, Fox, Paramount und Universal, hat Premiere neue Verträge ausgehandelt. 300 deutsche TV-Premieren - Kinofilme wie Fernsehproduktionen - will der Abo-Sender in 2003 auf die Mattscheibe bringen, darunter Streifen wie "Star Wars: Episode II" oder "Panic Room" mit Jodie Foster. Von April an sind in deutscher Erstausstrahlung auch die beiden aktuellen US- Serien "Six Feet Under", eine Familiengeschichte um einen Bestattungsunternehmer, und das Kriegsepos "Band of Brothers - Wir waren wie Brüder" im Programm. In einem neuen Kanal werden Hollywood- Klassiker von MGM zu sehen sein.

Nach der Insolvenz der Premiere-Muttergesellschaft Kirch-Pay-TV im Mai 2002 stand die Zukunft von Premiere monatelang auf der Kippe. Der Sender wird nun von der Investmentgruppe Permira übernommen.

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