Neue Versteigerung möglich
UMTS-Lizenz verbleibt zunächst bei Mobilcom

Die vor der Zahlungsunfähigkeit stehende Mobilcom AG darf ihre UMTS-Lizenz zunächst behalten. Nur im Falle der endgültigen Pleite falle die Konzession an die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post zurück, sagte ein Sprecher der Behörde am Freitag.

HB BONN. Die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens habe das Ziel, ein Unternehmen zu retten. Wenn es zu diesem Schritt kommen sollte, werde die oberste Aufsichtsbehörde über den Telekom-Markt auch nichts unternehmen.

Für den Fall, dass ein weiterer Lizenz-Inhaber bei Mobilcom einsteigt, fällt eine Konzession auf jeden Fall an den Regulierer zurück. Dies träfe dann zu, wenn beispielsweise E-Plus oder O2 bei MobilCom einsteigen sollten. Werde das Büdelsdorfer Unternehmen aber durch eine Gesellschaft gerettet, die bislang noch nicht im deutschen UMTS-Geschäft tätig ist, muss die Lizenz nicht zurückgegeben werden. Dies gilt auch dann, wenn der Einstieg zu wesentlich günstigeren Konditionen erfolgt, als zu jenen rund acht Mrd. ?, die Mobilcom beziehungsweise France Télécom für die UMTS-Lizenzen berappten mussten.

Aber auch ein Verkauf der kostbaren Lizenz aus der Konkursmasse ist ausgeschlossen. In diesem Fall fiele die Lizenz entschädigungslos an den Staat zurück. Die Regulierungsbehörde hätte nach dem Telekommunikationsgesetz dann die Pflicht, die frei gewordenen Frequenzen so schnell wie möglich in einem "chancengleichen Verfahren" unter den verbliebenen UMTS-Anbietern neu zu vergeben, was auf eine neue Versteigerung hinausliefe.

Allerdings haben Mitbewerber wie O2, E-Plus und Vodafone einer Beteiligung an Mobilcom bereits eine Absage erteilt. Auch Swisscom, die über ihre Tochter Debitel an der UMTS-Auktion vor zwei Jahren teilgenommen hatte, ist an einem Einstieg nach eigenen Angaben nicht interessiert.

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