Neue Verträge sind notwendig
Kündigungswelle rollt auf Autohändler zu

Nach der Verabschiedung der neuen Gruppenfreistellungs-Verordnung (GVO) wird ein weiterer Teil der Autohersteller seinen Händlern eine Kündigung ins Haus schicken.

zel DÜSSELDORF. Weil die Brüsseler Neuregelung die rechtlichen Standards massiv verändert, müssen auch die Händlerverträge auf den neuesten Stand gebracht werden. Aus Sicht vieler Autohersteller geht das nur per Kündigung.

Ein gutes Drittel der in Deutschland vertretenen Autokonzerne hat seinen Händlern die Kündigung schon in den vergangenen Monaten zukommen lassen. Zwölf Positionen umfasst die Liste, prominente Namen wie Opel und Porsche sind darunter. Diese Hersteller haben auch allen Händlern flächendeckend gekündigt. VW und Audi haben hingegen nur den Händlern eine Kündigung geschickt, von denen sie sich dauerhaft trennen wollen.

Die nächsten Kündigungen werden nicht mehr lange auf sich warten lassen: Giancarlo Boschetti, Chef der Fiat-Autosparte, hat bereits in der vergangenen Woche angedeutet, dass beim italienischen Autokonzern schon bald ein solcher Schritt ansteht. Peter Enders, Chef der deutschen BMW-Händlervereinigung, rechnet damit, dass auch der Münchener Konzern an den Kündigungen nicht vorbeikommt - um jedoch unter den Bedingungen der GVO gleich wieder neue Verträge abzuschließen. Auch bei der Daimler-Chrysler-Tochter Mercedes und Renault gibt es ernsthafte Hinweise darauf, dass die Händler in den nächsten Wochen eine Kündigung erwartet.

Handlungsbedarf in Sachen Vertrag besteht vor allem deshalb, weil in der neuen GVO die bislang noch vorgeschriebene Kopplung von Neuwagen-Verkauf und Werkstatt-Geschäft aufgegeben wird. Auch der Handel mit Ersatzteilen wird künftig als eigenständiger Bereich angesehen.

Beim Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) in Bonn wird deshalb nicht mehr ausgeschlossen, dass ein Autohandelsbetrieb von seinem Hersteller gleich drei Verträge auf einen Schlag bekommt - einen für den Neuwagen-Verkauf, einen für die Reparaturen und einen für die Ersatzteile. Bisher reichte ein einziger Vertrag für alles.

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