Neue Vorschriften in Folge des Enron-Skandals
US-Banken ziehen Zügel bei Holzman an

Während deutsche Gläubigerbanken Wege suchen, die Finanzsituation des zum Verkauf stehenden Baukonzerns Philipp Holzmann zu entlasten, ziehen US-Institute die Zügel straffer.

jkn FRANKFURT/M. Nach Informationen des Handelsblatts verlangen US-Banken für die Verlängerung eines Kredits an die US-Tochter J.A. Jones Sicherheiten vom Baukonzern. Andernfalls sei die Kreditlinie nicht länger "darstellbar", heißt es in Bankkreisen.

Diese Forderung ist Folge einer neuen Kreditpolitik der US-Banken. Hatten diese in vielen Fällen bislang Mittel ohne Besicherung zur Verfügung gestellt, ist dies nach einer neuen Vorschrift der US-Bankenaufsicht künftig nicht mehr in jedem Fall möglich. Je nach Bonität des Kreditnehmers müssen die Banken Sicherheiten verlangen - das ist auch eine Folge des Enron-Skandals. Holzmann ist von den neuen Vorschriften betroffen, weil ein Kredit über 200 Mill. $ an die Tochter Jones zur Verlängerung ansteht.

Zwar gilt Jones als eine Perle des Holzmann-Konzerns. Dennoch trägt die Ausleihung die Note "Sub Investment Grade" (schlechter als die Rating-Note "BB") und wird damit nicht als direktes Engagement empfohlen. Kreditgeber ist ein Konsortium unter Führung der US-Bank First Union Wachovia. Mit im Boot sind auch die US-Niederlassungen der Deutschen Bank, Bayerischen Landesbank und der DZ-Bank.

Die Töchter der deutschen Banken steuern rund 126 Mill. $ bei. Laut Bankexperten dürfte diese Summe aber allein nicht ausreichen, um den Liquiditätsbedarf von Jones zu decken. Deshalb muss Holzmann die geforderten Sicherheiten bieten. Alternativ könnte der Konzern eine Umschuldung auf nicht-amerikanische Banken erwägen. Welchen Weg man einschlägt, ist unklar. Ein Holzmann-Sprecher bestätigte zwar, dass in den USA ein Kredit zur Verlängerung anstehe. Details nenne man aber nicht.

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