Neue Wachstumsprognose der Bundesregierung "realistisch"
Lufthansa und Bayer belasten den Dax

Nach enttäuschenden Zahlen von Lufthansa und Bayer notierte der Dax im Mittagshandel im Minus. Das Börsenbarometer gab bis gegen 12.45 Uhr 0,4 Prozent oder 27 Zähler auf 6 097 Punkte ab.

vwd FRANKFURT/M. Der Tag ist durch schlechte Zahlen bestimmt. So nahm Finanzminister Hans Eichel vorbörslich die staatliche Wachstumsprognose zurück. Händler bezeichneten die Reduzierung auf 2 von zuvor 2,75 Prozent für das laufende Jahr als realistisch. "Damit folgt die Regierung nur dem IWF und der EU", hieß es. Das belaste aber das Sentiment für die Aktienmärkte. Andererseits, sollte der Druck auf die EZB nicht allzu groß ausfallen, werde damit eine Zinssenkung bei der nächsten EZB-Ratssitzung wahrscheinlicher. Daneben legten Bayer und Lufthansa enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt.

Ein erwarteter Anstieg des US-Bruttoinlandsproduktes könnte nach Ansicht von Marktteilnehmern hingegen am Nachmittag positive Impulse für den Handel bringen. Im Moment würden Anleger wieder verstärkt auf US-Konjunkturdaten schauen, hieß es. Positive Meldungen würden dann auch honoriert. Die erste Schätzung für das US-BIP (1. Quartal) soll um 14.30 Uhr MESZ bekannt gegeben werden.

Schon am Vortag nach Börsenschluss hatte die Lufthansa Daten zum ersten Quartal bekannt gegeben. Als "grottenschlecht" bezeichneten Marktteilnehmer die Zahlen. Wahrscheinlich habe das Unternehmen hohe Rückstellungen für die von den Piloten geforderte Gehaltserhöhung vornehmen müssen. Die Vereinigung Cockpit bereitet sich nach Zeitungsmeldungen derzeit auf einen Streik vor, um ihre Forderungen nach mehr Geld durchzusetzen. Das Unternehmen hatte für das erste Quartal einen Gewinnrückgang von 99 auf auf 5 Mill. Euro bekannt gegeben. Der Kurs brach regelrecht ein und verlor 4,6 Prozent auf 20,19 Euro.

Auch die Zahlen des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer enttäuschten. Der Gewinn blieb laut Händlern im ersten Quartal "weit" hinter den Schätzungen zurück. Dagegen sei der Umsatz "in line" ausgefallen. "Aber wen interessiert das, wenn der Gewinn nicht stimmt?", hieß es. Wahrscheinlich seien die gestiegenen Rohstoffpreise - wie bei BASF - für den geringeren Gewinn verantwortlich. Die Aktien sanken 4,5 Prozent auf 47,18 Euro. Auch BASF gaben 3,6 Prozent auf 47,53 Euro ab, allerdings nach Dividendenzahlung von 1,3 Euro zuzüglich 0,70 Euro Bonus.

Im frühen Geschäft geriet zudem Siemens unter Druck. Händler führten dies auf die diverse Herunterstufungen zurück. Die Titel gaben 4,2 Prozent auf 115,91 Euro ab. Damit zog sie den gesamten Technologiesektor in die Tiefe.

Händler werteten die Ankündigung von RWE, das Gasgeschäft auszubauen, positiv. Auch die Expansion nach Osteuropa mache Sinn, hieß es: "Dort sind Übernahmen billiger zu haben und die Wachstumschancen deutlich größer." Allerdings belaste eine Abstufung von Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) für den europäischen Versorgungssektor den Wert. Historisch gesehen seien es die Versorgerwerte, die als erste unter einer schwachen Konjunktur leiden, betonten die Experten. RWE sanken 0,1 Prozent auf 43,43 Euro.

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