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Neue Werbeformen und Kunden sollen Onlinewerbung aus der Krise führen

Rückläufige Werbeausgaben der Internetwirtschaft, weniger Klicks auf Reklame-Banner und sinkende Preise für Werbeflächen machen der Online-Werbebranche zu schaffen. Mancher Internetnutzer ist gar nur noch genervt von ständig auftauchenden kleinen Werbeflächen.

dpa HAMBURG. Als Weg aus der Krise setzt die Branche auf Internet gerechte, innovative Werbeformen sowie traditionelle Werbekunden, die das Internet neben den Print-Medien und dem Fernsehen als weitere Plattform entdecken.

Die Online-Werbung ist nicht tot, ist Staffan Engdegard von dem Marktforschungsunternehmen Jupiter MMXI überzeugt. "Die Preise sinken zwar, das bedeutet aber nicht, dass die Werbebudgets im Internet insgesamt zurückgehen", sagte der Onlinewerbe-Spezialist. Nach einem herausragenden Wachstum in Europa und einem Volumen von 960 Mill. ? im vergangenen Jahr sagt Engdegard für 2001 immer noch eine moderate Steigerung voraus.

Das Marktforschungsunternehmen Forrester geht davon aus, dass nach einer ruhigen ersten Jahreshälfte die Aufwendungen für Online-Werbung anziehen werden. Im Jahr 2005 werde einer Studie zufolge der europäische Online-Markt auf einen Wert von sechs Mrd.. ? klettern. "Selbst wenn Dotcoms ihren Gürtel enger schnallen, erwarten wir massive Zuwächse, da traditionelle Werbekunden einen stärkeren Wertbeauftritt im Internet anstreben", sagte Marc Cohen von Forrester zur Vorstellung der Studie. Die größten Werbekunden im Internet seien Banken sowie Unternehmen aus der Informationstechnologie-, Medien- und Unterhaltungsbranche.

Optimistisch ist auch Arndt Groth, Geschäftsführer des Onlinewerbe-Marktführers Doubleclick: "Die Werbegelder gehen den Weg des potenziellen Käufers." Im vergangenen Jahr hätten zum Beispiel zunehmend Autohersteller im Internet für sich geworben. Einen Preisverfall gebe es nur bei der Bannerwerbung, die immer noch 60 % der Werbemaßnahmen im Internet ausmache, sagte Groth. Zielgruppenspezifische Werbekampagnen - teilweise mit Audio- und Video-Elementen - unterlägen nicht dieser Entwicklung. "Es tut sich eine große Schere auf", sagte Groth zu den Preisunterschieden. Für eine gezielte Ansprache von Kunden sei das Internet prädestiniert. So könne ein Anbieter von Finanzdienstleistungen davon ausgehen, einen hohen Anteil an potenzielle Kunden auf Börsen-Webseiten anzutreffen. Den großen Traum von genauen Nutzerprofilen sieht Groth noch nicht verwirklicht. "Die Profil- und Datenerhebung ist wegen der Datenschutzproblematik in den Hintergrund geraten", sagte er.

Werbetreibende müssten vermehrt auf die Interaktivität des Internets als entscheidendes Plus setzen, rät Engdegard. Coca-Cola organisierte zum Beispiel eine Online-Auktion auf ihrer Webseite. Der Kaffee-Anbieter Nescafe bietet in Schweden eine Applikation an, mit denen Internetnutzer ihre eigenen elektronischen Postkarten mit Geräuschen und Animationen erstellen können.

Auch bei den Bannerformen entwickelt die Branche Fantasie. Ob länglich, kastenförmig und wie ein Wolkenkratzer über die ganze Seite gezogen - es herrscht Vielfalt auf den Webseiten. Ein Sektkorken knallt, Tiere flattern über den Bildschirm, ein Auto fährt über den Werbetext. Dennoch werde sich auch bei den neuen Formaten Standards abzeichnen, prognostiziert Groth. Sie seien wichtig, um Werbetreibenden die Sicherheit bei großen Kampagnen zu gewährleisten. Einen Schritt in diese Richtung sei die Gründung des Internet Advertising Bureau (IAB) im Februar gewesen. Gemeinsam mit den Internetgrößen AOL, Microsoft, Lycos und Yahoo sowie dem Unterhaltungskonzern Disney entwickelte Doubleclick unter diesem Dach sieben neue Standards für Webeflächen im Internet.

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