Neue Zahlen kommen am 13. November
NSE Software AG wirbt mit neuem Vorstand um Vertrauen

Mehrfach war das Münchener Unternehmen in der Vergangenheit durch Korrekturen bei der Ergebnisprognose aufgefallen. Analysten sind weiter skeptisch.

Reuters MÜNCHEN. Mit einem neuen Vorstand will das Münchener Software-Unternehmen NSE Software AG nach der eigenen Angaben zufolge unbefriedigenden Umsatz- und Ergebnisentwicklung in diesem Jahr das Vertrauen der Investoren wiedergewinnen. Vorstandssprecher Friedrich Nerb sei zurückgetreten, teilte das auf Software für Finanzdienstleister spezialisierte Unternehmen am Montag mit. Gleichzeitig habe der Aufsichtsrat Dirk Oevermann und Petr Vaclavek zu neuen Vorstandsmitgliedern berufen. Analysten zeigten sich allerdings skeptisch, dass die Änderung im Führungsgremium den erlittenen Glaubwürdigkeitsverlust bei den Anlegern wett machen kann. Am Neuen Markt legten die Aktien nach dem Kursverfall der vergangenen Wochen um knapp zwei Prozent auf 5,80 Euro zu.

NSE hatte Anfang September seine Umsatz und Ergebnisprognosen zum wiederholten Male nach unten korrigiert. Statt eines erwarteten Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 12,2 Mill. Euro werde NSE voraussichtlich einen operativen Verlust verzeichnen, hatte es geheißen. Die ursprünglich für Ende Oktober angekündigten Planzahlen für 2000 will NSE nun zusammen mit den Ergebnissen für das dritte Quartal am 13. November vorlegen.

Die Ernennung eines neuen Vorstandssprechers sei nicht vorgesehen, sagte eine NSE-Sprecherin. Oevermann, der für Vertrieb, Marketing und Investor Relations zuständig ist, der für Entwicklung verantwortliche Vaclavek und der Finanzvorstand Peter Päselt seien gleichberechtigte Vorstandsmitglieder. Das Unternehmen rechnet aber offenbar erst im kommenden Jahr mit einer Verbesserung der geschäftlichen Situation. Der neue Vorstand gehe davon aus, dass eingeleitete Maßnahmen erst im Laufe des nächsten Geschäftsjahres "wesentliche Effekte auf Umsatz und Ergebnis haben werden", hieß es in der Pressemitteilung.

Sal. Oppenheim belässt Einstufung bei "Verkaufen"

Die neue Unternehmensspitze werde als Konsequenz aus der unbefriedigenden Umsatz- und Ergebnisentwicklung in diesem Jahr die Konsolidierung des Unternehmens einleiten, hieß es. NSE wolle vor allem das Vertrauen der Anleger wieder gewinnen. Das solle durch eine stärkere Fokussierung bei der Entwicklung neuer Produkte und durch Maßnahmen zur Effizienzsteigerung geschehen.

Sonia Rabussier, Analystin bei Sal. Oppenheim, sagte, der neue Vorstand sei zumindest ein Schritt in Richtung Neuanfang. "Ob sich dadurch wirklich etwas ändert, glaube ich nicht", sagte sie. Die NSE-Aktie stuft sie weiter als "Verkaufen" ein.

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