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Neue Zeiten, neue Nummern

Zu viele Emittenten haben gleichzeitig um die vermehrte Zuteilung von Wertpapier-Kennnummern gebeten, um neue Produkte auf den Markt bringen zu können - und damit die große Nachfrage der Anleger zu stillen. Dafür war die bisherige Anzahl an numerischen WKNs aber nicht mehr ausreichend.

Jeder, der schon einmal ein Zertifikat, eine Aktienanleihe oder einen Optionsschein gekauft hat, kennt sie - die Wertpapier-Kennnummer oder kurz: WKN. Sie ist für das Wertpapier, was der Personalausweis für den Bürger ist: Ein eindeutiges Identifikationsmerkmal. Täglich werden an den Börsen eine große Zahl von Wertpapierkäufen und-verkäufen getätigt. Die sechsstellige WKN hilft dabei, dem jeweiligem Wertpapier seine "Personaldaten" wie zum Beispiel Basiswert, Emittent und Laufzeit zuzuordnen. Dadurch werden einerseits mögliche Verwechslungen von Wertpapieren verhindert, gleichzeitig wird damit aber auch eine reibungslose Abwicklung der Geschäfte gewährleistet.

Aufbruch in ein neues Zeitalter

Die Fachabteilung, die für die Vergabe der Wertpapier-Kennnummern verantwortlich ist, heißt WM-Datenservice. Durch den Boom der Optionsscheine und Zertifikate gingen den WM-Leuten - WM steht übrigens für Wertpapier-Mitteilungen - nun die WKNs aus. Zu viele Emittenten haben gleichzeitig um die vermehrte Zuteilung von Wertpapier-Kennnummern gebeten, um neue Produkte auf den Markt bringen zu können - und damit die große Nachfrage der Anleger zu stillen. Dafür war die bisherige Anzahl an numerischen WKNs aber nicht mehr ausreichend. Da diese Quelle nun erschöpft war, mussten die Experten des WM-Datenservice also eine Möglichkeit finden, wie mit der gleichen Anzahl an Stellen mehr WKNs entworfen werden können. Dies war die Geburt des Zahlen/Buchstaben-Zeitalters: Mit Hilfe der Kombination von Ziffern und Buchstaben stehen im Vergleich zur altbekannten Ziffern-WKN nun rund 1,54 Milliarden mehr Wertpapier-Kennnummern zur Verfügung - und das sollte für die nächste Zeit erst einmal reichen. Denn nachdem ein Wertpapier ausgelaufen ist, kann die verwendete WKN nach einer bestimmten Frist "wiederbelebt" werden.

Die Geburt der Emittenten-WKNs

Wenn die alphanumerische WKN auch durchaus gewöhnungsbedürftig scheint, so bringt diese Neuerung dennoch mehr Übersichtlichkeit in die weite Welt der Derivate. Und zwar durch die Bildung der sogenannten Emittenten-WKN. Das heißt, dass der Anleger zukünftig bei allen neu emittierten Optionsscheinen, Zertifikaten und Aktienanleihen anhand der ersten zwei bis vier Stellen der WKN erkennen kann, von welcher Bank das entsprechende Wertpapier stammt. So besitzt die Deutsche Bank beispielsweise die Kennung "DB". Danach folgt an dritter Stelle eine Zahl. Die letzten drei Stellen werden schließlich nach dem Zufallsprinzip vergeben. Das erste DB-WKN-Baby war übrigens ein WAVE-Call auf den EuroStoxx 50 und kam Anfang Januar 2004 auf den Markt - seine WKN: DB1AAA. Um Verwechslungen mit den Ziffern 0 (in Worten: null) und 1 (eins) vorzubeugen, werden die Buchstaben O und I allerdings nicht verwendet.

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