Neuen Wettbewerbern im Ortsnetz droht weiterer Rückschlag
Telekom will von Konkurrenten höhere Wechselgebühren

Das Abwerben von Kunden könnte für die Konkurrenten der Deutschen Telekom künftig teurer werden. Der Bonner Konzern hat beim Regulierer höhere Gebühren beantragt, wenn Kunden sich dauerhaft für ihre Fern- oder Ortsgespräche an einen alternativen Anbieter binden (Preselection). Dafür sollen Unternehmen wie Arcor und Tele2 künftig 17,30 Euro statt bisher 5,10 Euro zahlen.

slo DÜSSELDORF. Wenn der Kunde mit seinem kompletten Anschluss wechselt, sollen Arcor & Co. künftig im Regelfall einmalig 74,03 Euro an die Telekom zahlen. Derzeit sind 70,56 Euro fällig. Das sagte die Telekom gestern auf Nachfrage. Die bisherigen Gebühren laufen Ende Juni aus.

Der Bonner Konzern begründet den Antrag auf höhere Preselection-Gebühren mit seinem technischen Aufwand. Die Wettbewerber würden die Möglichkeit, entsprechende Anträge elektronisch zu übermitteln, nicht in ausreichendem Maße nutzen. Bei der Übernahme eines Komplettanschlusses durch einen Konkurrenten hatte die Telekom vor einem Jahr noch mehr als 84 Euro gefordert. Inzwischen sei das Verfahren effizienter, so dass 74 Euro kostendeckend seien, so der Konzern.

Eine höhere Wechselgebühr würde vor allem die neuen Wettbewerber im Ortsnetz treffen, die ab Juli mit Preselection starten wollen und sich davon einiges erhoffen. Einzelne Lokalverbindungen über bestimmte Vorwahlnummern (Call-by-Call) bieten die Unternehmen bereits ab Ende April an. Gegen die Bedingungen, die auf diesem Markt gelten, wollen die Firmen wie 01051 Telecom jetzt aber gerichtlich vorgehen. Hauptkritikpunkt sind die Preise, die die Telekom für die Mit-Nutzung ihrer Leitungen verlangt. Der Regulierer hatte dem Konzern jüngst einen Aufschlag von 0,4 Cent pro Minute auf Ortsgespräche per Call-by-Call genehmigt. Die Lokal-Tarife werden daher voraussichtlich steigen. Um Kunden anzuziehen, zahlen die Unternehmen heute schon drauf. So sind die Gebühren bei 01051 und Tele2 teilweise nicht kostendeckend.

Der Hintergrund für den Aufschlag: Die Anschlussgebühr, die die Telekom ihren Kunden berechnet, liegt nach Ansicht des Regulierers unter den Kosten des Konzerns. Der Aufschlag soll das ausgleichen - zunächst bis Ende November. Danach könnte die Telekom nach Ansicht von Experten mehr Spielraum beim Festsetzen der Anschlussgebühren bekommen, diese erhöhen und so das Defizit beseitigen. Die Preise für die Mit-Nutzung der Leitungen werden dann neu festgelegt und könnten wieder niedriger ausfallen.

Quelle: Handelsblatt

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