Neuer Ärger
Obama platzt der Kragen

Nach neuerlichen, heftigen Verbalattacken seines langjährigen Seelsorgers gegen die USA ist Barack Obama nun endgültig der Kragen geplatzt. Vor allem eine Andeutung des Pastors habe ihn „besonders zornig“ gemacht.

HB WASHINGTON. „Ich bin empört und traurig über die Kommentare und das Spektakel, das wir gesehen haben“, distanzierte sich der Präsidentschaftsbewerber in aller Schärfe von Pastor Jeremiah Wright.

Die radikalen Äußerungen des Geistlichen zu Rassismus und Terrorismus haben Obamas Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei – vor allem bei weißen Wählern – erheblichen Schaden zugefügt.

Wright hatte die US-Regierung bei einem Auftritt im Nationalen Presseklub in Washington am Montag erklärt, die USA hätten sich die Terroranschläge vom 11. Septembers 2001 selbst zuzuschreiben. Man könne nicht mit terroristischen Mitteln gegen andere Völker vorgehen und erwarten, selbst davon verschont zu bleiben, sagte er auf Fragen nach früheren Äußerungen.

Von der Kanzel hatte er außerdem gepredigt, die US-Regierungen hätten das AIDS-Virus geschaffen, um den Schwarzen zu schaden und dass die USA wegen der Unterdrückung der Schwarzen verdammt sein sollten.

„Er hat eine Karikatur aus sich gemacht. Das macht mich wütend, und es macht mich traurig“, sagte Obama am Dienstag nach dem vielbeachteten Auftritt Wrights. In aller Form wies er die Ansichten des Seelsorgers zurück, der Obama getraut und seine zwei Töchter getauft hatte.

Wright war 20 Jahre lang Obamas Pastor, bevor er vor ein paar Wochen in den Ruhestand ging. Obama hatte sich schon früher von den politischen Äußerungen Wrights distanziert, als diese zuerst im Internet verbreitet wurden.

Wright sagte dazu, das sei eben das, „was Politiker tun müssen“. Obama entgegnete, diese Andeutung, er habe sich nur zum Schein und des politischen Erfolges Willen distanziert, habe ihn besonders zornig gemacht.

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