Neuer Aggregatszustand
Physik-Nobelpreis auch für Deutschen

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an den deutschen Physiker Wolfgang Ketterle sowie die beiden US- Forscher Eric Cornell und Carl Wieman.

dpa STOCKHOLM. Die Wissenschaftler werden für die Erzeugung eines neuen Aggregatzustands der Materie geehrt, des so genannten Bose-Einstein- Kondensats. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit. Das Kondensat ist neben fest, flüssig, gasförmig und dem Plasma die fünfte Erscheinungsform der Materie. Die Physiker erhalten den Preis zudem für "frühe grundsätzliche Studien über die Eigenschaften der Kondensate", heißt es in der Begründung. Das Kondensat werde umwälzende Anwendungen unter anderem in der Nanotechnologie haben.

Das Bose-Einstein-Kondensat war bereits 1924 von Albert Einstein und dem indischen Physiker Satyendra Nath Bose vorausgesagt worden.

Ketterle arbeitet am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge (USA). Damit geht im vierten Jahr in Folge ein wissenschaftlicher Nobelpreis an einen gebürtigen Deutschen, der in den USA forscht. Im vergangenen Jahr hatte der in Weimar geborene Herbert Kroemer den Preis erhalten, der ebenfalls in den USA arbeitet.

Die höchste Auszeichnung für Physiker ist in diesem Jahr mit insgesamt 10 Mill. Kronen (2 Mill. Mark/ 1 Million Euro) dotiert. Die Nobelpreise werden traditionsgemäß am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896), überreicht.

Neben Kroemer hatten im vergangenen Jahr der Russe Zhores Alferov und der US-Amerikaner Jack Kilby die Auszeichnung erhalten. Alferov und Kroemer haben schnelle elektronische Bauteile zur Informationsübertragung erfunden und weiterentwickelt. Kilby gilt als Erfinder des Mikrochips, der heute in allen Computern steckt. Am Mittwoch folgt die Bekanntgabe der Träger des diesjährigen Chemie- Nobelpreises.

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