Neuer Airport soll 2008 fertiggestellt sein
Airlines gegen Gebührenerhöhung für Berliner Flughafen

Die geplanten Gebührenerhöhungen für den künftigen Berliner Großflughafen sorgen für massiven Ärger mit den Fluggesellschaften. Der Fluglinien-Verband Barig drohte am Freitag damit, dass der Verkehr bei Umsetzung der Pläne auf andere Flughäfen umgeleitet wird. Mit Gebührenerhöhungen von 10,60 Euro pro Passagier würde der Airport Berlin-Brandenburg International (BBI) zum "teuersten Flughafen Europas". Der neue Hauptstadt-Flughafen soll nach jetzigen Planungen 2008 in Betrieb gehen.

HB/dpa BERLIN. Entstehen soll der BBI auf dem Gelände des ehemaligen DDR- Flughafens Schönefeld im Süden von Berlin. Die Verhandlungen über den Bau sowie die Privatisierung der staatlichen Flughafen-Holding BBF für insgesamt 290 Millionen Euro laufen noch. Eigentlich soll der Vertrag mit dem Bieterkonsortium um den Baukonzern Hochtief und die Immobilien-Holding IVG bis zum Monatsende perfekt sein. Allerdings gibt es erhebliche Zweifel, ob der Zeitplan gehalten werden kann.

Strittig ist nun die Gebühr, die die Fluglinien schon heute für jeden Passagier zahlen müssen, der von den derzeit noch drei Berliner Flughäfen Tegel, Tempelhof und Schönefeld abfliegt. Im April wurde sie bereits um 2,50 Euro auf 6,60 Euro erhöht. Im April 2003 soll sie um drei Euro steigen und nach BBI-Eröffnung nochmals um 5,10 Euro. In der bisherigen Absichtserklärung gibt es einen Passus, wonach das Konsortium vom Kauf zurücktreten kann, falls die Erhöhung scheitert.

"Wir wollen den Flughafen - aber nicht um jeden Preis", sagte Barig-Generalsekretär Martin Gaebges. Angesichts der immer stärkeren Konkurrenz im Luftverkehr würde der BBI bei zu hohen Gebühren nicht ausgelastet. Auch die Hoffnungen auf Arbeitsplätze für die Region würden dann nicht erfüllt. Im Barig-Verband sind mehr als hundert Fluglinien zusammengeschlossen, die in Deutschland tätig sind.

Der Leiter des Lufthansa-Gebührenmanagements, Hartmuth Posner, verwies darauf, dass die Berliner Flughäfen jetzt schon viel teurer als Frankfurt/Main oder München seien. "Wir haben die Befürchtung, dass der BBI bei einer solch verheerenden Preispolitik leer bleibt." Bereits die Gebührenerhöhung vom vergangenen April wird von vielen Fluggesellschaften nicht gezahlt. Die Flughafenholding führt deshalb Musterklagen gegen zwei Gesellschaften.

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