Neuer Allfinanzkonzern
Dresdner Bank setzt Stellenstreichung fort

Die geplante Übernahme durch den Münchner Versicherungsriesen Allianz wird die Beschäftigten der Dresdner Bank nicht vor weiteren Stellenstreichungen bewahren. Der ursprüngliche Plan, das Filialnetz von 1150 Geschäftsstellen auf nur noch rund 800 zurückzuführen, wird umgesetzt. Dies kündigte der Vorstandssprecher der Dresdner Bank, Bernd Fahrholz, am Montag in Frankfurt an. «Wir sind dabei voll im Plan», betonte er.

dpa/vwd FRANKFURT. Der Zusammenschluss mit der Allianz sei allerdings «wachstumsorientiert» und nicht auf den Abbau von Arbeitsplätzen ausgerichtet. «In einem überschaubaren Zeitraum - und nur davon kann man reden - ist ein Abbau von Arbeitsplätzen nicht vorgesehen», sagte der Dresdner-Chef. Die Beschäftigten könnten sich auf «noch attraktivere und sicherere» Arbeitsplätze freuen.

Der künftige größte deutsche Allfinanzkonzern aus Allianz und Dresdner Bank will bei Finanzdienstleistungen künftig weltweit den Ton angeben. Der neue Finanzriese sei «die richtige Antwort auf die Herausforderung der Märkte». Die Eingliederung der Frankfurter Traditionsbank unter das Dach des Münchner Versicherungskonzerns Allianz solle «fair» verlaufen, versprachen Fahrholz und Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle. Die Dresdner Bank werde nicht zerschlagen, auch stehe kein «Ausverkauf» einzelner Geschäftssparten an.

Die seit etwa einem Jahr andauernden Gespräche zwischen der Allianz AG, München, und der Deutschen Bank AG, Frankfurt, über eine Vertriebskooperation werden nach dem nun angekündigten Zusammenschluss des Versicherungskonzerns mit der Dresdner Bank AG nicht fortgesetzt. "Klar ist, dass die Gespräche beendet sind", sagte der Allianz-Vorstandsvorsitzende Henning Schulte-Noelle am Montag in Frankfurt. Er könne sich aber eine Zusammenarbeit in anderen Bereichen vorstellen.



Am Wochenende hatten die Aufsichtsräte von Allianz und Dresdner Bank die Übernahmepläne abgesegnet. Den zusammen gut 20 Millionen Kunden im Inland sollen künftig gemeinsam Versicherungen, Vermögensverwaltung und Bankgeschäfte aus einer Hand angeboten werden. Die Dresdner-Aktionäre können jeweils 10 Anteile in eine Allianz-Aktie umtauschen. Zusätzlich erhalten sie 200 Euro (392 DM) in bar.

Die Dresdner Bank wird als eigenständiges Kreditinstitut unter dem Dach der Allianz-Holding weiter geführt. Neben seiner Position als Vorstandssprecher der Dresdner Bank wird Fahrholz auch stellvertretender Vorstandsvorsitzender in der Allianz-Holding.

Der neue Allfinanzkonzern werde sich vor allem auf die Wachstumsmärkte Altersvorsorge und Vermögensverwaltung mit einer breiten Palette von Produkten konzentrieren, sagte Schulte-Noelle. Die Allianz erreicht mit 12 000 Agenturen in Deutschland bereits rund 17 Millionen Kunden. Die Dresdner Bank verfügte im Privatkundengeschäft über rund 1000 Filialen, 11 000 Berater und 6,5 Millionen Kunden.

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