Neuer Anlauf für eine Lösung
Bei VW in Wolfsburg stoppt die Produktion

Wegen des Streiks der Metaller in Ostdeutschland hat Volkswagen im Stammwerk Wolfsburg am Freitagmorgen die Produktion der Modelle Golf und Lupo stoppen müssen. Wegen fehlender Bauteile können täglich 2 000 Fahrzeuge nicht vom Band laufen. Die Produktionspause soll bis einschließlich Montag laufen. Mehr als 10 000 Beschäftigte sind davon betroffen.

HB/dpa LEIPZIG. Nach Angaben von VW beträgt der Produktionsausfall insgesamt 20 000 Fahrzeuge der Typen Lupo und Golf. Für jeden weiteren Streiktag kommen 3.000 Autos hinzu, 2 000 in Wolfsburg und etwa 1 000 in den sächsischen VW-Werken Mosel, Chemnitz und Dresden. In Sachsen und Brandenburg wurden erneut rund 7700 Metaller aus acht Betrieben zum Arbeitskampf aufgerufen.

Erstmals seit vier Wochen Streik wird im Streit um die Einführung der 35-Stunden-Woche in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie wieder verhandelt. Die IG Metall und die ostdeutschen Arbeitgeberverbände trafen sich am Freitag in Berlin zur voraussichtlich entscheidenden Runde.

Ungeachtet der neuen Tarifverhandlungen gingen die Streiks der IG- Metall weiter. Zur vermutlich entscheidenden Runde kommen Gewerkschaft und ostdeutsche Arbeitgeberverbände am Nachmittag in Berlin zusammen. Das Sondierungsgespräch zwischen IG-Metall-Chef Klaus Zwickel und Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser hatte am Donnerstag zu keiner Annäherung geführt

.

Die Gewerkschaft will für die Ost-Metaller einen Stufenplan zur Verkürzung der Wochenarbeitszeit von derzeit 38 Stunden auf West- Niveau bis 2009 durchsetzen. Der Verhandlungsführer der regionalen Arbeitgeberverbände, Roland Fischer, lehnte dies strikt ab. Die Verhandlungen waren seit dem 12. Mai unterbrochen. Die Kritik am Arbeitskampf wies die Gewerkschaftsführung vehement zurück.

Als Zeichen der Bereitschaft zur Lösung des Tarifstreits waren die Proteste beim BMW-Zulieferbetrieb ZF in Brandenburg/Havel am Donnerstag vorübergehend ausgesetzt worden. Wegen des Arbeitskampfes bei ZF hatte bei BMW in München und Regensburg am Montag die Produktion der 3er-Serie gestoppt werden müssen. In der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie sind 310 000 Menschen beschäftigt.

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