Neuer C3 tritt gegen Polo und Corsa an
Citroën tischt eine junge Ente auf

Wer den neuen Citroën C3 als legitimen Nachfolger der einst berühmten "Ente" betrachtet, liegt nicht so falsch. Zunächst jedoch erinnert der C3 mit seiner technischen Ausstattung überhaupt nicht an den spartanischen Citroën aus den 50er-Jahren.

pha PARIS. Dem C3 wurde sogar in der Basisversion Zentralverriegelung, automatische Temporegelung, mehrfach verstellbares Lenkrad sowie eine geschwindigkeitsabhängige Servolenkung spendiert. Doch von der gesamten äußeren Anmutung erinnert das neue Auto sehr wohl an die "Ente" (oder französisch: "2CV").

Der 2CV galt Zeit seines Lebens als hässliches Entlein, höchst praktisch zwar und mit Kultstatus geadelt. Der C3 kann als erster Avantgardist von Citroën seit Jahren auch extravagante Designqualitäten ins Feld führen. Seine kugelrunden Formen (Länge: 3,85 m) mit der weit vorgezogenen Frontscheibe, den knappen Karosserieüberhängen und einer Dachhöhe von 1,52 m grenzen ihn in angenehm auffälliger Weise von den Konkurrenten VW Polo, Ford Fiesta und Opel Corsa ab.

Besonders Frauen werden den neuen Individualisten unter den Kleinwagen zu schätzen wissen. Denn zu seinem pfiffigen Äußeren gesellen sich innere Qualitäten, die nicht nur dem längst verblichenen Vorgänger fremd waren, sondern auch bei heutigen Wettbewerbern keineswegs selbstverständlich sind. Die höhere Sitzposition und die reichlich bemessene Kopffreiheit etwa oder das zweiteilige Glasdach, das fast schon Cabriogefühle aufkommen lässt. Nicht zu vergessen der geräumige Kofferraum (305 l) mit seinem faltbaren Zwischenboden. Er ermöglicht auf Ladekantenhöhe eine ebene Fläche - bei umgelegter Rückbank - bis zu den Vordersitzen. Ein spezielles Paket für die kleinen Passagiere macht den C3 zum kinderfreundlichen Wagen mit jeder Menge Ablagen. Die Kleinen können mit einem zweiten Innenspiegel vom Fahrersitz aus beobachtet werden. Aber: Die Klapptische an den Lehnen der Vordersitze scheinen sogar für Kinderhände zu labil.

Citroën hat sich bemüht, den C3 in puncto Ausstattung und Sicherheit auf ein konkurrenzfähiges Niveau zu heben. ABS, ESP, vier Airbags und einen Bremsassistent offeriert bereits die 60-PS-Basisversion, die mit einem Preis von 11 520 Euro der Konkurrenz von Mai an den Kampf ansagt.

Sowohl bei den Motoren (von 60 bis 109 PS, einschließlich zweier Dieselaggregate) als auch beim Fahrwerk sind im Hause Citroën neue Zeiten angebrochen. Laufkultur und Geräuschkulisse verdienen Beachtung. Vor allem der Diesel in der 68-PS-Version - die 90-PS-Variante folgt etwas später - zeichnet sich durch eine akustisch lobenswerte Zurückhaltung aus. Sogar nach dem Anlassen und im kalten Zustand sind ihm Diesel-typisches Nageln fremd. Auf einen Rußpartikelfilter und die Erfüllung der D4-Abgasnorm muss der Kunde allerdings noch warten. Das Fahrwerk verbindet einen erfreulichen Komfort mit zeitgemäßem Handling.

Mochten die Citroën-Modelle der jüngeren Vergangenheit nur mit Allerweltsqualitäten aufwarten und auch meilenweit von der einstmals hoch gelobten Extravaganz berühmter Vorfahren entfernt sein. Der C3 gibt zur Hoffnung Anlass, dass die Marke aus dem Peugeot-Konzern auf den Pfad ihrer einstigen Tugend zurückfindet.

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