Neuer Chef prognostiziert schwächeres Marktwachstum
Viag Interkom setzt auf wechselwillige Kunden

Die Zielmarke liegt bei 4,2 Millionen Kunden. Rudolf Gröger, der neue Chef des Mobilfunkanbieters Viag Interkom, will diese Zahl Ende des nächsten Geschäftsjahres (31.03.2003) vorweisen können.

slo KÖLN. Zur Zeit ist das Unternehmen mit 3,4 Millionen Mobiltelefonierern die Nummer vier und damit der kleinste Anbieter auf diesem Markt. Pro Quartal gewinnt Interkom 100 000 neue Kunden hinzu. Grögers Ziel setzt voraus, dass das Unternehmen schneller wächst als der Markt. "Das ist ein taffes Programm", sagte Gröger am Freitag in Köln.

Insgesamt werde der deutsche Mobilfunkmarkt im kommenden Jahr deutlich langsamer wachsen als bisher, so der Interkom-Chef. Die Mobilfunker könnten 2002 noch etwa zwei Millionen neue Kunden gewinnen, in diesem Jahr waren es mehr als sieben Millionen. Dafür würden 18 Millionen Handy-Besitzer im nächsten Jahr ihren Betreiber wechseln können, da ihre Verträge auslaufen: "Das Rennen um die Kunden kann neu beginnen", sagte Gröger.

Der Münchener Mobilfunker ist eine Tochter der britischen BT Wireless (künftig MM02). Viag Interkom firmiert ab 2002 unter dem Namen 02. Für die Markenstrategie werde sich zunächst nicht viel ändern, da die Produkte "Genion" und "Loop" weiter existieren, sagte Gröger.

Viag Interkom will im kommenden Jahr zur Nummer drei unter den Mobilfunknetzbetreibern aufsteigen und damit E-Plus angreifen. Ein sehr anspruchsvolles Ziel, heißt es in der Branche, denn die Mutter hält Interkom finanziell an einer eher kurzen Leine. Zudem wird der Wettbewerb um neue Kunden künftig noch härter: Mit dem UMTS-Lizenznehmer Quam (ehemals Group 3G) wirbt bald ein weiteres Unternehmen um Kunden. Quam will ab Ende November Mobilfunkdienste im bestehenden GPRS-Netz von E-Plus anbieten.

"Wir werden jetzt eine andere Geschwindigkeit vorgeben müssen", sagt Gröger. Um Wechselkunden zu Viag Interkom zu locken, setzt er auf neue Produkte. "Wir müssen uns stärker differenzieren." Künftig müssten Datendienste im Vordergrund stehen, nicht mehr die reine Sprachübertragung. Dafür hat BT Wireless ein neues Gerät entwickeln lassen, das Anfang 2002 auf den Markt kommt: eine Kombination aus Taschencomputer und Handy. Zudem will Interkom mit Unternehmen aus anderen Branchen zusammenarbeiten, die ihren Kunden Mobilfunkdienste anbieten, um sie stärker an sich zu binden. Diese Angebote würden unter dem Namen des jeweiligen Unternehmens vermarktet, Interkom wäre an den Umsätzen beteiligt.

Gröger erwartet für das laufende Geschäftsjahr, dass im März 2002 endet, einen Verlust vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen (Ebitda) von etwa 400 Mill. DM. Ein Jahr später soll das Unternehmen bereits ein positives Ebitda von etwa 100 Mill. DM erwirtschaften.

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