Neuer Deutschland-Chef will Umsatz im zweistelligen Bereich steigern
Swatch bringt neue Marken auf den Markt

Bis zum Herbst will die Swatch-Gruppe zwei neue Marken auf den deutschen Markt bringen. Während die Branche unter hohen Umsatzeinbrüchen leidet, hat das Unternehmen bereits eine Erholung festgestellt. Noch in diesem Jahr will es weitere Geschäfte eröffnen.

DÜSSELDORF. Die deutsche Swatch-Gruppe will im Herbst zwei neue Luxusmarken auf den Markt bringen: Mit der Uhrenmarke Jaquet Droz und der Schmucklinie Léon Hatot erweitert das Unternehmen sein Sortiment auf fünfzehn Marken.

"Wir sind dabei, ein exklusives Vertriebsnetz aufzubauen", sagte der Geschäftsführer der deutschen Swatch-Gruppe, Michael Sarp, dem Handelsblatt. Die Schweizer Swatch-Gruppe hatte die Manufaktur im vergangenen Jahr, Léon Hatot bereits 1999 gekauft. Jetzt sollen die Produkte auch von deutschen Konzessionären verkauft werden. Mit Léon Hatot bringt Swatch erstmals eine Luxus-Schmuckmarke auf den deutschen Markt.

Analysten begrüßen die Stärkung des Luxussegments. Die margenträchtigen Produkte tragen bei der Swatch-Gruppe bereits heute zu 45 % zum Umsatz und zu 60 % zum Betriebsergebnis bei. Swatch, in erster Linie für bunte Plastikuhren bekannt, hatte in den vergangenen Jahren mehrere Luxusmarken gekauft - darunter die Edelmarke Breguet und die deutsche Manufaktur Glashütte Original. Die Gruppe will den Vertrieb der ostdeutschen Glashütte-Uhren ausbauen und international vermarkten. Der Umsatz soll in den kommenden sechs Jahren verachtfacht werden.

Nicht alle deutschen Händler sind glücklich über die Übernahme der Manufaktur durch Swatch. Sie fürchten, dass die Marke, eine der wenigen eigenständigen Manufakturen, unter dem Dach der Gruppe ihre Identität verliert. "Wir nutzen das Netzwerk von Swatch, wo es sinnvoll ist. Ansonsten wahren wir unsere Identität", betont Heinz Pfeifer, Geschäftsführer von Glashütte.

Der Markt für Luxusuhren ist unter drei große Wettbewerber aufgeteilt: Swatch, Richemont und LVMH. Die Schweizer Gruppe Richemont hatte sich zuletzt die Manufakturen IWC, Lange & Söhne sowie Jaeger-LeCoultre gesichert; Lange & Söhne ist eine weitere Traditions-Marke aus Glashütte. Die französische LVMH hatte Tag Heuer und Ebel übernommen. Nur Marken wie Rolex oder Audemars Piguet werden noch eigenständig geführt.

Die Branche schaut mit unterschiedlichen Erwartungen in die Zukunft: LVMH erwartet ein Wachstum im einstelligen Bereich, Bulgari aus Italien rechnet nach einem Umsatzplus von 13 % im vergangenen Jahr mit einem schwächeren Wachstum. Für das laufende Jahr erwartet die Swatch-Gruppe ein leichtes Wachstum. "Wir rechnen mit einer Belebung in der zweiten Jahreshälfte", sagt Sarp, der seit März die Geschäfte in Deutschland führt. Der ehemalige Chef von IWC will auf dem deutschen Markt, dem größten der Swatch-Gruppe, "im zweistelligen Bereich" wachsen.

Viele Juweliere und Fachgeschäfte leiden unter hohen Umsatzeinbrüchen. Bis zu 20 % weniger Kunden haben sie im ersten Quartal gezählt. "Luxusmarken sind davon weniger betroffen", sagt Sarp. Der Schweizer Konzern hat ehrgeizige Pläne: Die Gruppe will das Einzelhandelsnetz durch eigene Geschäfte erweitern und so ein jährliches Wachstum von 8 % erzielen. In Deutschland sollen in erster Linie die Swatch-Stores ausgebaut werden: Zu den 22 Outlets sollen in diesem Jahr fünf bis sechs, mittelfristig 20 neue Läden dazukommen. "Wir wollen unseren 1 400 Fachhändlern kein Geschäft wegnehmen. Aber es gibt im Handel ein Platzproblem." Langfristig will die Gruppe 10 % des Umsatzes mit eigenen Geschäften machen.

Auch Schmuck soll stärker zum Umsatz beitragen. "Die Ergänzung passt sehr gut ins Produktportfolio", sagt Christian Arnold, Analyst bei Vontobel Equity Research. Im vergangenen Jahr hatte Swatch rund 30 Mill. sfr mit Ringen und Colliers umgesetzt. Arnold sieht das Potenzial bei 500 bis 700 Mill. sfr. Nach Swatch und Léon Hatot soll Omega- und Breguet-Schmuck in Deutschland verkauft werden.

Quelle: Handelsblatt

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