Neuer Freizeitpark macht Ravensburger Spieleland Konkurrenz
Legoland: Mit kleinen Steinen zum großen Erfolg

Der Kampf um die Geldbeutel der Eltern beginnt am 17. Mai: Am Pfingstwochenende eröffnet der dänische Spielzeug-Hersteller Lego in Günzburg seinen weltweit vierten Freizeitpark.

GÜNZBURG. Die Dänen erwarten bis Herbst 1,2 Millionen Kinder und deren Eltern. "Die Besucherzahl ist noch relativ niedrig angesetzt", ist Park-Chef John Jakobsen optimistisch. Der Manager will bereits im ersten Jahr operativ in die schwarzen Zahlen kommen. Mehr als 150 Mill. Euro hat Lego in den vergangenen zweieinhalb Jahren in der schwäbischen Kreisstadt Günzburg investiert.

Der Spielwaren-Riese greift vor allem Ravensburger an. Der Spieleverlag hatte vor fünf Jahren nur 150 Kilometer entfernt an seinem Stammsitz ebenfalls einen Freizeitpark für Kinder gebaut. Allerdings investierte Ravensburger mit zahlreichen Geldgebern nur rund 18 Mill. Euro. Seitdem kämpft das "Ravensburger Spieleland" mit Besuchermangel und roten Zahlen. "Wir sind gespannt", kommentierte eine Sprecherin die Erwartungen in die neue Saison, die von der Konkurrenz mit Lego geprägt sein dürfte. Im vergangenen Jahr besuchten 350 000 Menschen das Spieleland. Diese Zahl soll auch in diesem Jahr erreicht werden. Ursprünglich wollte Ravensburger im Jahr 2003 eine halbe Million Eintrittskarten verkaufen. Lego rechnet für das kommende Jahr mit 1,5 Millionen.

Damit wäre das Legoland einer der größten deutschen Freizeitparks. Zum Vergleich: Deutschlands Marktführer Europapark zählte vergangenes Jahr 3,1 Millionen Besucher. "Wir sind die weltweit stärkste Marke für Familien", setzt Legoland-Manager Jakobsen auf die Anziehungskraft der bunten Plastiksteine.

Auch in Günzburg baut Lego auf die in den anderen drei Parks in Dänemark, England und Kalifornien bewährte Mischung aus kindgerechten Fahrgeschäften und Lego-Figuren. "Wir verkörpern die Vision von Lego: Kreativität und Phantasie", betont Jakobsen. Zielgruppe sind Kinder bis ins Teenager-Alter.

Günzburg hatte sich 1999 gegen Tokio als Standort für Legos vierten Park durchgesetzt. Die Entscheidung fiel gerade noch rechtzeitig: Weil die Firma in die roten Zahlen rutschte, wurde die geplante Expansion wenig später auf Eis gelegt. Ursprünglich sollte alle drei Jahre ein neues Legoland eröffnen. Bis jetzt gibt es laut Jakobsen aber noch keine Entscheidung für weitere Parks. Die Zahlen für das vergangene Jahr gibt das öffentlichkeitsscheue Familienunternehmen in den kommenden Wochen bekannt.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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