Neuer Großaktionär formuliert anspruchsvolle Ertragsziele
Bank Coop startet Vertriebs-Offensive

Die bisher eher defensiv geführte Bank Coop aus Basel geht nach dem Wechsel des Großaktionärs mit einer neuen Struktur in die Offensive.

ef ZÜRICH. Die bisher eher defensiv geführte Bank Coop, Basel, geht nach dem Wechsel des Großaktionärs mit einer neuen Struktur in die Offensive. Die Stimmenmehrheit der auch künftig an der Börse notierten Bank wechselte vor wenigen Monaten vom eidgenössischen Einzelhandelskonzern Coop zur Basler Kantonalbank. Dieses Staatsinstitut will durch den Einstieg bei der Bank Coop ihren auf das Stadtgebiet Basel (37 Quadratkilometer) begrenzten Einflussbereich auf die gesamte Schweiz ausweiten.

Allerdings hat die Basler Kantonalbank im Private Banking mit Gründungen in Zürich, Olten und zuletzt Genf bereits eigene Expansionsschritte eingeleitet. Willi Gerster, Verwaltungsratspräsident der Bank Coop und in gleicher Funktion auch bei der Mutter tätig, sieht zwischen den beiden Instituten kaum Überschneidungen, sehr wohl aber auf Kooperationen beruhende Synergien. Trotzdem wird die Bank Coop ihre Strategie selbständig umsetzen und Produkte Dritter vertreiben. Dazu gehören etwa Fonds der Genfer Privatbank Lombard Odier.

Die Bank Coop ist künftig in die drei Bereiche Privat-, Anlage- und Kommerzkunden gegliedert. Diese werden vom zentralen Servicebereich unterstützt. Mit 38 Filialen in allen Landesteilen deckt sie die gesamte Schweiz ab. Ins Ausland will Jean-Pierre Frefel, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Bank Coop, nicht expandieren. Sehr wohl sind Anlagekunden willkommen. Dabei zielt er klar auf das angrenzende Ausland. Zielgruppe sind deutsch-, französisch- und italienischsprachige Privatinvestoren. Dabei hat die Bank Coop nicht die Superreichen wie die von Frefel als "Messieurs & Compagnie" apostrophierten Vermögensverwaltungsbanken im Blick, sondern den Mittelstand.

Wer vom BC Private Banking der Bank Coop betreut werden möchte, muss lediglich 200 000 sfr mitbringen. Auch bei den Konditionen will das Institut wettbewerbsfähig sein. Zudem werden alle modernen Kommunikationswege angeboten. Die Ertragskraft sollen Frefel und sein Team deutlich steigern. Angestrebt wird eine Eigenkapitalrendite von 15 %, eine Marke, welche die Mutter Basler Kantonalbank bereits erreicht hat. Damit hat sie ihre Schwesterinstiute teilweise weit in den Schatten gestellt.

Bisher dominiert bei der Bank Coop noch deutlich der Zinsertrag. Angestrebt wird von Frefel eine Relation zwischen diesem und dem Dienstleistungsertrag von 60:40. Später soll der Anteil der Kommissionserträge noch weiter steigen. Um den Neustart auch optisch zu dokumentieren, hat sich die Bank Coop ein neues Logo zugelegt. Bisher firmierte das Institut unter Coop Bank. In Zukunft wird der Name Bank, Banque bzw. Banca, je nach Landesteil, vorangestellt.

Für das erste Halbjahr 2000 wies die Bank Coop einen um 15,9 % auf 23,1 Mill. sfr reduzierten Reingewinn aus. Während der Zinsertrag um 5,3 % auf 79,2 Mill. sfr und der Erfolg des Kommissions- und Dienstleistungsgeschäfts um 42,5 % auf 35,6 Mill. sfr zulegte, war der Handelsertrag um 10,1 % auf 13,8 Mill. sfr rückläufig. Der Geschäftsaufwand erhöhte sich um 4 % auf 67,2 Mill. sfr, so dass der Bruttogewinn um 20 % auf 64,5 Mill. sfr verbessert werden konnte.

Den Gewinnrückgang bedingten die auf 24,9 Mill. sfr verdoppelten Wertberichtigungen und Verluste. Dies sei beim Kaufpreis berücksichtigt worden, sagte Gerster. Bei einer Bilanzsumme von 9,2 Mrd. sfr wurden von dem Institut zur Jahresmitte 2000 eigene Mittel von 504 Mill. sfr ausgewiesen.

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