Neuer Großbahnhof geplant
Milliarden-Projekt soll Süden Manhattans beleben

Knapp ein Jahr nach der Zerstörung des World Trade Centers durch terroristische Anschläge schmiedet New York Pläne für einen riesigen Verkehrsknotenpunkt in der Umgebung von Ground Zero.

HB NEW YORK. Das Milliardenprojekt soll wesentlich dazu beitragen, den Süden von Manhattan zu beleben, der unter den wirtschaftlichen Folgen der Anschläge vom 11. September leidet. "Wir werden Süd-Manhattan wieder auferstehen lassen, stärker und besser als je zuvor", sagte der Gouverneur des Bundesstaates New York, George Pataki, Montagnachmittag (Ortszeit) bei der Bekanntgabe der Planungen.

Mit Bundesmitteln von insgesamt 4,6 Mrd. Dollar (4,75 Mrd. Euro) sollen im Ground-Zero-Umfeld unter anderem U-Bahnverbindungen aus mehreren Stadtteilen sowie Eisenbahnlinien aus dem benachbarten Bundesstaat New Jersey und Fährlinien auf dem Hudson miteinander verknüpft werden. Dafür soll ein neuer Großbahnhof entstehen, etwa in den Dimensionen der weltberühmten Grand Central Station im Zentrum von Manhattan.

"Wir müssen New York nicht nur zum Wohle der New Yorker, sondern der ganzen Nation neu gestalten", sagte Bürgermeister Michael Bloomberg. Durch den künftigen zweiten großen Stadt- und Regionalbahnhof sollen wesentlich Teile des Verkehrs in das große Gebiet rings um Ground Zero geleitet werden. Die Gegend galt bereits vor dem 11. September trotz des Touristenmagneten World Trade Center als vergleichsweise unterentwickelt und schlecht an das Umfeld angebunden.

Neugestaltung umstritten

Von dem Verkehrsprojekt erhoffen sich die Stadtväter, dass auch Unternehmen, Geschäfte und Kultureinrichtungen sich verstärkt in Süd-Manhattan ansiedeln. Der "Transit Hub Lower Manhattan" soll unter anderem durch Fußgängerbrücken und-tunnel mit dem World Financial Center verbunden werden - einem Hochhauskomplex, dessen überragender Mittelpunkt einst die WTC-Zwillingstürme waren. Ein konkreter Zeitplan für die Verwirklichung des Bauvorhabens muss erst noch ausgearbeitet werden.

Die immer noch weitgehend umstrittenen Pläne zur Neugestaltung des unmittelbaren Ground-Zero-Geländes sind nicht direkt von dem Verkehrsprojekt betroffen. Für Ground Zero waren kürzlich sechs Entwürfe vorgestellt worden, die bei der New Yorker Bevölkerung weitgehend auf Ablehnung stießen. Angehörige der 2 823 Opfer der Terroranaschläge auf das WTC verlangen, dass mehr Platz für eine zentrale Gedenkstätte zur Verfügung steht.

Allgemein beklagen New Yorker, dass die bisherigen Ground-Zero-Entwürfe zu viele Büroflächen und zu wenig Raum für kulturelle Einrichtung vorsähen. Weitgehende Übereinstimmung besteht in der Forderung, die Grundflächen der beiden WTC-Türme nicht wieder zu bebauen, sondern zum Gedenken an die Opfer zu markieren. Nun sollen Architekten neue Vorschläge erarbeiten.

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