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Neuer IFRS 3 wird deutliche Auswirkungen auf die Ergebnisse zahlreicher Unternehmen haben

Der vom IASB neu verabschiedete IFRS 3 (Business Combinations) wird die ...

Der vom IASB neu verabschiedete IFRS 3 (Business Combinations) wird die Rechnungslegung für Fusionen und Akquisitionen (M&A) grundlegend ändern, da er die planmäßige Abschreibung von Goodwill und bestimmten immateriellen Aktiva - entsprechend der in den USA gängigen Praxis - durch jährliche Prüfung auf Wertminderung ersetzt. Außerdem entfällt das Pooling of Interest Accounting, das in der Praxis nur selten Anwendung fand.
Nach Ansicht von Mark Vaessen, Leiter der International Financial Reporting Group bei KPMG, wird sich dies deutlich auf die Geschäftsergebnisse vieler Unternehmen auswirken, die nach IFRS bilanzieren. 2002 reichten einer Stichprobe zufolge die Abschreibungsaufwendungen von null bis zu 195 Prozent des Periodenergebnisses. Da nach IFRS 3 keine jährliche Abschreibungsrate mehr verbucht wird, wird sich bei den betroffenen Unternehmen - sofern keine außerplanmäßige Wertminderung vorgenommen werden muss - zunächst das Jahresergebnis verbessern. Allerdings werden Unternehmen dafür unregelmäßige, aber potenziell höhere Wertminderungsabschreibungen auf ihren Firmenwert ausweisen müssen, wenn die Ergebnisse des übernommenen Unternehmens nicht so gut sind wie erwartet. Auch wenn Abschreibungen auf den Firmenwert und Wertminderungsaufwendungen nicht ausgabenwirksame Posten sind, so haben sie doch Auswirkungen auf den Ertrag und ertragsbasierte Bewertungskennzahlen wie zum Beispiel den Gewinn je Aktie.
Das IASB folgt indes nicht in allen Punkten dem US-Standard. So sieht IFRS 3 nun einen einstufigen Ansatz für die Überprüfung der Wertminderung des Goodwill vor. Anfänglich hatte das Board einen komplexeren zweistufigen Ansatz vorgeschlagen, der mit den US-Anforderungen konform geht. Auf der Grundlage der durchgeführten Feldversuche und der eingegangenen Rückmeldungen, insbes. zu Erfahrungen mit den derzeitigen US-Wertminderungsanforderungen, beschloss das Board jedoch, vom US-Ansatz in diesem Punkt aus Kosten-Nutzen-Gründen abzuweichen. "Dieser Schritt ist sinnvoll", sagt Vaessen, "da er unnötige Komplexität und Kosten bei der Implementierung des neuen Standards vermeidet. Darüber hinaus verhindert er, dass Widersprüche zu anderen IFRS-Wertminderungsprüfungen entstehen." (Quelle: Pressemitt. der KPMG)

Quelle: DER BETRIEB, 07.04.2004

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