Neuer Index soll Lebenshaltungskosten besser widerspiegeln
US-Verbraucherpreise steigen kaum

Das teilte das Arbeitsministerium in Washington am Freitag mit. Im Vormonat waren die Preise ebenfalls um 0,1 Prozent nach oben gegangen. Gestiegen sind vor allem die Preise für medizinische Behandlungen und für Benzin. Dagegen zahlten die Amerikaner für Flugreisen und Kleidung weniger.



Reuters WASHINGTON. Die Verbraucherpreise in den USA sind im Juli dieses Jahres kaum gestiegen. Ein deutlicher Verfall der Preise für Bekleidung glich nach Angaben des US-Arbeitsministeriums Steigerungen bei Nahrungsmitteln, Energie und im Gesundheitswesen teilweise aus. Analysten sehen angesichts der geringen Teuerung weiteren Raum für Zinssenkungen durch die US-Notenbank (Fed).

Nach den am Freitag in Washington vorgelegten Zahlen des Ministeriums sind die Verbraucherpreise im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent gestiegen und damit weniger, als von Analysten mit 0,2 Prozent vorausgesagt. In der Kernrate - ohne die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie - machte die Steigerung 0,2 (Vormonat plus 0,1) Prozent aus und entsprach damit genau den Prognosen der Analysten. Im Vorjahresvergleich machte die Teuerung den Angaben nach 1,5 Prozent aus und in der Kernrate 2,2 Prozent.

Zugleich sanken aber nach Angaben des Ministeriums die durchschnittlichen preis- und saisonbereinigten Wochenlöhne der Beschäftigten in den USA im Juli im Vergleich zum Vormonat um 0,8 Prozent. In dem Rückgang spiegele sich ein deutlicher Rückgang der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitsstunden wider. Für die Verbraucher, die bereits erleben mussten, wie ihr Aktienvermögen dahingeschmolzen ist, ist dies nach Angaben von Analysten eine weitere schlechte Nachricht.

Angesichts der niedrigen Inflationszahlen gehen Analysten davon aus, dass die Fed ihren maßgeblichen Zielsatz für Tagesgeld über eine längeren Zeitraum bei 1,75 Prozent und damit auf dem niedrigsten Niveau seit gut 40 Jahren belassen oder sogar weiter senken kann, um der Wirtschaft neuen Schub zu verleihen. "Das (die Preisdaten) zeigt sehr klar, dass die Inflation der Fed derzeit keinen Anlass zur Sorge gibt", sagte Richard Yamarone vom Haus Argus Research. Jim O'Sullivan von UBS Warburg fügte hinzu:"Ich glaube, die Tatsache, dass die Inflation so niedrig ist, gibt der Fed Raum, die Zinsen weiter zu senken, wenn dies notwendig wird".

Die Fed hatte am Dienstag ihren Schlüsselzins mit 1,75 Prozent zwar unverändert gelassen, zugleich aber vor wachsenden Risiken eines erneuten Abschwächung der US-Konjunktur gewarnt. Sie gab damit ihre Bereitschaft zu weiteren Zinssenkungen zu erkennen.

Neuer Index soll Lebenshaltungskosten besser widerspiegeln

Zugleich mit der Veröffentlichung der Verbraucherpreisdaten stellte das Ministerium einen neuen Inflations-Index vor, der Änderungen der Lebenshaltungskosten genauer wiedergeben soll. Der so genannte neue "chained CPI" war den Angaben zufolge im Juli gegenüber Juni unverändert. Im Vorjahresvergleich stieg er um 1,1 Prozent. Im Gegensatz zum bekannten Index der US-Verbraucherpreise ist der neue Index nicht um saisonale Schwankungen bereinigt. Deshalb stimmen beide Indizes nicht unbedingt miteinander überein. Zudem wird der "chained Index" künftig zwei mal revidiert, der weiterhin als Hauptindikator zählende Verbraucherpreisindex dagegen nicht.

Im Gegensatz zum alten Index, der die Preise eines festen Warenkorbes misst, soll der neue Index zum Beispiel auch aufzeigen, wenn die Verbraucher auf ein billigeres Produkt ausweichen, wenn der Preis eines anderen steigt. Nach Schätzungen des Ministeriums wird der "chained Index" jährlich um 0,1 bis 0,2 Prozent weniger steigen als der Haupt-Index.

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