Neuer Interessenverband in Asien soll Zugang zu dortigen Märkten öffnen
Telekom-Anbieter bündeln Kräfte

Die Geschäftskundensparte der Deutschen Telekom, T-Systems, schließt sich mit Konkurrenten zusammen, um die Liberalisierung des asiatischen Telekommunikationsmarktes zu forcieren. Der Interessenverband Asia Pacific Carriere Coalition (APCC) soll am Dienstag offiziell vorgestellt werden und folgt dem Vorbild der European Competitive Telecommunications Association, die sich für das selbe Ziel in Europa einsetzt.

HONGKONG. Zu den Unternehmen gehören außer T-Systems die US-Konzerne AT&T und MCI sowie die britische BT Group und Cable&Wireless. Diese Firmen hatten sich 2003 in Singapur für niedrigere Gebühren beim Zugang zum Endkunden in den Ortsnetzen des staatlich kontrollierten Ex-Monopolisten Singapore Telecommunications (Singtel) eingesetzt. Dieses Ziel verfolgen die Konzerne auch in anderen asiatischen Ländern, wo die früheren Telekom-Monopolisten trotz Marktöffnung die Oberhand behalten haben. Im Visier haben sie entwickelte Märkte wie Singapur und Australien sowie Wachstumsmärkte wie China, Indien und Vietnam.

Telekomkonzerne wie MCI und AT&T betreiben auch eigene Netze. Diese reichen in der Regel aber nicht bis zum Endkunden, der so genannten letzten Meile. Die Unternehmen sind daher darauf angewiesen, diese bei Lokalgrößen wie Singtel zu mieten. "Die Märkte sind zwar liberalisiert, aber von einem effektiven Wettbewerb sind wir noch weit entfernt", sagt Matt Healy, Manager bei Macquarie Corporate Telecommunications. Das Unternehmen hat sich auf Telekomdienste für Geschäftskunden spezialisiert und tritt gegen den australischen Ex-Monopolisten Telstra an.

Eine weitere Sorge der in der APCC zusammengeschlossenen Anbieter gilt den Beschränkungen für ausländische Investoren in weniger entwickelten asiatischen Märkten wie China. Ausländische Unternehmen können sich dort nicht an den Anbietern von Basisdiensten in Festnetz und Mobilfunk beteiligen. In China wird sich dies demnächst durch die Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation ändern.

Die APCC sieht zudem in Indien den hohen Preis für Lizenzen als Hauptproblem. Angesichts der teuren Lizenzen sei der Markteintritt für Ausländer ungleich schwieriger als etwa in den USA.

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