Neuer Investor dringend gesucht
Deal zwischen Dornier und Boeing angeblich geplatzt

Die Verhandlungen des in Finanznöten schwebenden Regionalflugzeugbauers Fairchild Dornier über einen Einstieg des US-Flugzeugriesen Boeing sind nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" gescheitert. Sollte nicht rasch ein neuer Investor gefunden werden, drohe Fairchild Dornier bereits am Dienstag nach Ostern die Insolvenz, berichtete die Zeitung ohne Angabe von Quellen.

Reuters MÜNCHEN Ein Fairchild-Sprecher sagte, es liefen weiter Verhandlungen mit mehreren Partnern, von denen sich das Unternehmen technische und finanzielle Unterstützung erhoffe. Fairchild Dornier wolle dazu aber erst Stellung nehmen, wenn Ergebnisse vorlägen. Zu Verhandlungen mit Boeing und zu einer möglichen Insolvenz wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Nach dem Zeitungsbericht will Boeing möglicherweise die Insolvenz abwarten und dann, von den Altschulden befreit, doch einsteigen.

Fairchild Dornier war nach den Anschlägen vom 11. September nach eigenen Angaben in finanzielle Bedrängnis geraten, nachdem Fluggesellschaften Bestellungen um 15 bis 18 Monate verzögert hatten und die Entwicklung des neuen, 90-sitzigen Flugzeugs Do 728 teurer wurde als erwartet. Die Do 728 wurde letzte Woche der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das Unternehmen war Anfang 2000 von der US-Investmentfirma Clayton, Dubilier & Rice und von Allianz Capital Partners übernommen worden, die 400 Millionen Dollar Eigenkapital einbrachten. Weitere 800 Millionen Dollar finanzierte ein Bankenkonsortium unter Führung der HypoVereinsbank mit der Bayerischen Landesbank und der LfA. 80 Prozent davon sind durch Bürgschaften von Bund und Land Bayern abgesichert.

Nach Angaben aus Bankenkreisen sind diese Kredite noch nicht ganz aufgebraucht. HypoVereinsbank-Chef Albrecht Schmidt hatte in der letzten Woche Gesprächsbereitschaft signalisiert: "Wir würden sinnvolle Lösungen sehr aktiv mit betreiben wollen." Fairchild habe mit der Do 728 ein Produkt mit guten Chancen auf dem Markt.

Dagegen will die EADS, der das Fairchild-Werksgrundstück nahe München gehört, sich nicht engagieren. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern sei nur daran interessiert, die Produktion von Landeklappen und Rumpfteilen für Airbusse bei Fairchild Dornier sicherzustellen, sagte ein EADS-Sprecher.

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