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Neuer Kollege: Möllemann wird Mitglied in der IG Bau

Die Gewerkschaft hat einen prominenten Neuzugang: Nach einer Wette trat Möllemann in die IG Bau ein - und heimste viel Applaus ein.

ddp BONN. Die über chronischen Mitgliederschwund klagende IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) kann sich über einen prominenten und zahlungskräftigen neuen Kollegen in ihren Reihen freuen: Kein anderer als der nordrhein-westfälische FDP-Vorsitzende Jürgen W. Möllemann unterzeichnete vor den versammelten 320 Delegierten des Gewerkschaftstages das Eintrittsformular. «Schuld» daran ist indirekt CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer, der am Dienstagabend im Bonner Maritim-Hotel mit Möllemann an einer Podiumsveranstaltung teilnahm. Die lockere Runde erinnerte sich frotzelnd, dass Möllemann bei Meyer im Wort steht. Der will nämlich sämtliche Fenster der Berliner CDU-Zentrale putzen, sollten die Liberalen bei der Bundestagswahl das von ihm selbst ausgegebene Wahlziel von 18 Prozent verfehlen.

Damit würde FDP-Bundesvize Möllemann im Reigen der DGB-Gewerkschaften auf jeden Fall der IG BAU zugeordnet. Die vertritt eben nicht nur die Maurer, Zimmerleute und Gärtner, sondern auch die Fassadenreiniger und Fensterputzer. «Wenn der Gewerkschaftstag beschließt, dass ich aufnahmewürdig bin, ließe sich darüber verhandeln», lieferte Schalke-Fan Möllemann die Steilvorlage. Ein Delegierter der Gewerkschaftsjugend aus Hessen verwandelte ohne lange zu fackeln und hielt Möllemann prompt den Antrag auf Mitgliedschaft zur Unterschrift unter die Nase. Wie eine Trophäe und unter dem tosenden Applaus des Saales lieferte er die Beitrittserklärung beim Chef der IG BAU, Klaus Wiesehügel, persönlich ab.

An die neue Rolle schien sich der flexible Liberale schnell gewöhnt zu haben: Mit einem «liebe Kolleginnen und Kollegen...» leitete Möllemann seinen nächsten Redebeitrag ein. Der Gewerkschaftstag quittierte die solidarische Grußadresse mit einem abermaligen rhythmischen Klatschen.

Laurenz Meyer versuchte ein letztes Mal vergeblich, die Lacher auf seine Seite zu ziehen, als er die Gewerkschafter liebevoll dazu ermahnte, sie sollten darauf achten, dass Möllemann auch seine Beiträge bezahlt. Der wusste offenkundig genau, was er gerade unterschreiben hatte. «Ich kann mich gar nicht um die Beiträge herummogeln», klärte das Neumitglied sachlich auf, «denn mit dem Beitritt ist zugleich ein Dauerauftrag verbunden.» Die Satzung der IG BAU schreibt vor, dass Möllemann immerhin 1,15 Prozent seines Monatseinkommens an die Gewerkschaftskasse abführen muss.

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