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Neuer Korruptionsverdacht gegen PfahlsDPA-Datum: 2004-07-21 09:09:49

Stuttgart/Hamburg (dpa) - Im Fall des festgenommenen Ex-Staatssekretärs Ludwig-Holger Pfahls gibt es nach Medienberichten auch eine Verbindung zu Daimlerchrysler-Chef Jürgen Schrempp.

Stuttgart/Hamburg (dpa) - Im Fall des festgenommenen Ex-Staatssekretärs Ludwig-Holger Pfahls gibt es nach Medienberichten auch eine Verbindung zu Daimlerchrysler-Chef Jürgen Schrempp.

Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, soll Pfahls bereits während seiner Tätigkeit als beamteter Rüstungsstaatssekretär einen Beratervertrag mit der Daimer-Tochter Daimler-Benz (Dasa) gehabt haben. Schrempp war damals Vorstandsvorsitzender der Dasa, die zu den wichtigsten Lieferanten der Bundeswehr gehörte.

Pfahls hatte noch während seiner Dienstzeit auf der Hardthöhe bereits einen Arbeitsvertrag mit seinem späteren Arbeitgeber Daimler ausgehandelt. Wie der SWR-Hörfunk, das ARD-Magazin «Monitor» und der «Stern» berichten, geht aus Ermittlungsakten der Augsburger Staatsanwaltschaft hervor, dass Pfahls 1991 einen Betrag von 12 030 Mark im Rahmen eines Dasa-Beratervertrages bekam. 1992 - Pfahls war Ende Februar 1992 aus dem Staatsdienst ausgeschieden - habe er 238 438 Mark bezogen.

Daimlerchrysler wollte sich zu diesen Zahlungen gegenüber den recherchierenden Journalisten nicht äußern. Eine Konzern-Sprecherin zum «Stern»: «Kein Kommentar.»

Am 12. Juli 1989 trafen sich - nach Angaben beteiligter Personen im Gespräch mit dem «Stern» - Vertreter des Verteidigungsministeriums unter Führung von Staatssekretär Pfahls und Vertreter der Industrie unter Führung von Schrempp. Thema der Zusammenkunft auf der Hardthöhe seien Vorgaben, Stand und Kostenentwicklung des Rüstungsprojekts «Jäger 2000» gewesen, außerdem der «Jäger 90» (heute «Eurofighter»). Pfahls und Schrempp sollen sich den Berichten zufolge während der Konferenz in einen abgeschlossenen Nebenraum zurückgezogen und Preise und Gewährleistungsbedingungen ausgehandelt haben. Pfahls habe dabei - so zitiert das Magazin damalige Beteiligte - Schrempps Vorgaben größtenteils abgenickt und für den Bund zusätzliche Risiken des Geschäfts in Kauf genommen - zu Lasten des Staates.

Pfahls war seit 1999 auf der Flucht, weil ihm die Staatsanwaltschaft Augsburg vorwirft, für die Lieferung von 36 «Fuchs»-Panzern nach Saudi-Arabien Bestechungsgelder in Höhe von 3,8 Millionen Mark bekommen zu haben. Er wurde am Dienstag vergangener Woche in Paris festgenommen.

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