Neuer Markt bleibt schwach
Die Wall Street zog den Dax nach oben

Die deutschen Standardwerte im Dax sind am Donnerstag dank einer festen Wall Street mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. Der Leitindex legte um 1,06 % auf 5879,30 Zähler zu. Die Wachstumswerte am Neuen Markt gaben 2,46 % auf 1528,33 Punkte ab. Der MDAX der 70 mittelgroßen Werte legte um 1,15 % zu 4523,08 Punkte zu.

dpa/vwd/ddp FRANKFURT. Nachdem der Dax den Vormittag über in negativem Terrain verharrt hatte, schien er sich am Mittag vor der Bekanntgabe der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) zu erholen. Nach der EZB-Entscheidung, die Zinsen nicht zu senken, setzten dann einige "Enttäuschungsverkäufe" ein und das Marktbarometer rutschte wieder ins Minus, ehe am späten Nachmittag mit der Tendenzwende an Wall Street auch der deutsche Markt wieder in die Pluszone zurückkam.

Beherrschendes Thema war aber nicht der Ausgang der Sitzung des EZB-Rates, sondern das wahrscheinliche Zusammengehen von Allianz und Dresdner Bank. Allianz stiegen um 2,8 % auf 318,05 Euro, wobei Händler meinten, die Allianz werde bei einer Übernahme der Dresdner Bank vermutlich keine Kapitalerhöhung brauchen, und das sei positiv. Dresdner geben dagegen um 0,8 Prozent auf glatt 49 Euro nach. Nach der Kursexplosion vom Mittwochabend hätten einige Gewinnmitnahmen eingesetzt, auch weil die Anleger noch nicht wüssten, wie das Angebot konkret aussehe.

Stärkster Dax-Wert waren die Anteilsscheine der Hypo-Vereinsbank mit einem Plus von 4,80 % auf 60,46 Euro. SAP -Vorzüge blieben mit minus 3,27 % auf 134,45 am tiefsten in der Verlustzone.

Neuer Markt rutscht weiter ab

Die Aktien am Frankfurter Neuen Markt konnten ihren Abwärtskurs nicht stoppen. Im Nemax 50 fielen Evotec Biosystems nach enttäuschenden Zahlen um 16,9 Prozent auf 16,20. Direkt Anlage Bank gaben nach Vorlage der Bilanzzahlen und des Ausblicks 10,5 Prozent auf 16,51 Euro nach, Mobilcom verloren 9,82 Prozent auf 15,33 Euro.
Die stärksten Gewinne verzeichneten Steag Hamatech , die sich um 8,08 Prozent auf 11,90 Euro verteuerten.

Für Guiseppe-Guido Amato, Analyst bei Lang & Schwarz, ist die derzeitige Entwicklung aber kein Grund zur Sorge. Die Nasdaq habe in früheren Jahren ähnliches erlebt. Langfristig sieht Amato den Neuen Markt positiv, er dürfe nur nicht "totgeredet" werden. Die Anleger sollten derzeit nicht den Versuch unternehmen, zwischen schlechten und guten Unternehmen zu unterscheiden. Das sei "wie Stühlerücken auf der Titanic".

Der Analyst sieht einen Kern von etwa zehn Unternehmen im Nemax 50, die übrigen 40 stünden somit zur Disposition. Der Neue Markt durchlaufe einen ganz normalen Reifeprozess. Historisch betrachtet sei das völlig normal. Allerdings konnte Amato auch nicht sagen, welche Unternehmen die Marktkonsolidierung überleben werden.

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