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Neuer Markt: Ein hoffnungsloser Fall?

Nach Verlusten von gut 75 Prozent bietet das junge Börsensegment den technischen Analysten wenig Möglichkeiten einer Orientierung.

som FRANKFURT. Hoffnungslos ist aus charttechnischer Sicht die Situation am Neuen Markt. Seit dem Hoch bei 8 583 Punkten im März 2000 hat der Nemax-All-Share-Index gut 75 Prozent verloren. Alle Unterstützungslinien wurden nach unten durchbrochen. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass der Neue Markt auf Grund seiner kurzen Geschichte von knapp vier Jahren noch wenig Ansatzpunkte für den technisch orientierten Analysten bietet.

Zuletzt fiel die wichtige Marke bei 2 650 Punkten. Sie ergibt sich aus dem Hoch von 1998 und dem Tief im darauf folgenden Jahr. Aus dem ursprünglichen Widerstand hatte sich eine wichtige Unterstützungsmarke entwickelt, die 1999 die Kurse nicht weiter fallen ließ. Nach dem deutlichen Fall unter 2 650 Punkte ist der Index in den freien Fall übergegangen. Fast täglich gab es Verluste zwischen vier und zehn Prozent. "Der Neue Markt hat ein negatives Eigenleben entwickelt und ist in einen beschleunigten Abwärtstrend abgeglitten", meint Frederik Altmann von Hornblower Fischer. Auf dem Weg nach unten könnte allenfalls noch die 2 000-Punkte-Marke psychologische Wirkung haben und einen Halt bieten.

Ursache für die negative Abkopplung von der Nasdaq sind aber auch die Rahmenbedingungen: Auf dem Segment lastet ein Vertrauensverlust. Dazu tragen falsche Firmennachrichten und vollkommen überzogene Prognosen bei. Wenn ein Schwergewicht wie der Softwarehersteller Intershop Gewinne verspricht, dann aber Verluste ausweist, die höher als die Umsätze sind, fühlen sich Investoren getäuscht und wittern Betrug.

Die größte Hoffnung liegt für den Neuen Markt momentan in der Nasdaq. Hier gibt es Chancen für den Beginn einer Bodenbildung und einer technischen Gegenbewegung nach oben. Solange aber jedes neue Tief unter dem vorangegangenen liegt, bietet sich kein Einstieg an. "Die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Abwärtsbewegung ist deutlich höher als für eine Trendwende", meint Charttechniker Altmann.

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