Neuer Markt erholt sich kräftig
Dax quittiert EZB-Leitzinserhöhung mit Freudensprung

Sekunden nach der Bekanntgabe der Erhöhung des Leitzinssatzes um 25 Basispunkte schoss der Dax nach oben.

dpa-afx FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex Dax hat die moderate Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag mit einem kleinen Freudensprung aufgenommen. Dem Euro hingegen half der Zinsschritt nicht: Er sank rund 30 Minuten nach der Leitzinserhöhung auf 0,8900 $. Der Dollar wurde mit 2,1932 DM gehandelt. Die EZB nahm den Euro-Referenzkurs auf 0,9806 $ zurück; damit war der Dollar 2,1961 DM wert.

Nur Sekunden nach der Bekanntgabe einer Erhöhung des wichtigsten Leitzinssatzes um 0,25 %punkte auf 4,50 % schoss der Dax um mehr als 30 Punkte nach oben. Der Index stand zuletzt mit 0,47 % im Plus bei 7 219,66 Punkten. Der M-Dax für die wichtigsten Nebenwerte stieg um 0,51 % auf 4 870,48 Zähler.

Am Neuen Markt erhöhte sich der Nemax 50 (Performance-Index) sogar um 1,62 % auf 6 044,22 Punkte. Für kräftigen Schub sorgte dabei das Indexschwergewicht T-Online. Nach der Vorlage unerwartet guter Halbjahreszahlen stieg die Aktie zuletzt um 7,97 % auf 30,34 Euro. Der Index habe am Donnerstag zudem seinen mittelfristigen Abwärtstrend nach oben durchstoßen, sagten Experten. Das könnte auf eine andauernde Erholung am Neuen Markt hindeuten.

Die Börsen in Paris und in London gewannen jeweils rund 0,2 % hinzu. Der Euro Stoxx 50 aus den wichtigsten Aktien in der Eurozone stieg um 0,21 % auf 5 177,88 Punkte.

T-Aktie gibt nach

Die Telekom-Aktie geriet im Dax unter Druck. Das Papier verlor nach der Ankündigung der Bonner, für eine UMTS-Lizenz in Schweden mitzubieten, um zuletzt 0,21 % auf 42,80 Euro. Weitere Kostenbelastungen kämen damit auf den Wert zu, erklärte ein Händler in Frankfurt, der vermehrt Verkaufsaufträge für die T-Aktie bestätigte. Der Konzern sei ebenfalls an dem Erwerb von Lizenzen für den Mobilfunk der dritten Generation in zehn weiteren europäischen Ländern interessiert, hieß es aus der Bonner Zentrale der Telekom.

Unter die Gewinner stieg am Nachmittag Eon. Der Versorgerwert gewann um 0,04 % auf 55,55 Euro. Händler äußerten sich positiv zu einem angeblichen Schulterschluss der Düsseldorfer mit dem französischen Versorger Suez-Lyonnaise des Eaux: "Das macht Sinn", urteilte ein Aktienhändler von der Deutschen Bank.

An der Spitze konnte sich vom Handelsstart an die Aktie der SAP etablieren. Der Wert gewann 3,98 % auf 282,45 Euro. Die Technologiewerte seien von der freundlichen NASDAQ beflügelt worden. "Da gibt es nun auch wieder für die Zukunft Fantasie", bestätigte Aktienhändler Alexander Gies von der Stadtsparkasse Köln. Belastend wirkten sich der schwache Euro und die hohen Ölpreise aus. "Falls sich die OPEC in der kommenden Woche auf eine Erhöhung der Förderquoten einigt, könnte das aber Druck vom Markt nehmen", sagte Gies.

Der Rentenmarkt blieb von der Zinserhöhung unbeeindruckt. Der Bund Future verharrte bei 104,85 Punkten. Der REX stand bei 109,45 Punkten und damit ebenfalls unverändert. Die Umlaufrendite wurde von der Bundesbank am Nachmittag etwas niedriger bei 5,37 (Mittwoch 5,39) Prozent ermittelt.

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