Neuer Markt erlebt Kursdebakel
Deutsche Aktien schließen deutlich schwächer

Insbesondere die Technologiewerte erlitten in Folge der sehr schwachen Verfassung der US-Wachstumsbörse Nasdaq Kurseinbrüche.

Reuters FRANKFURT. Die deutschen Aktien haben nach Angaben von Händlern auf die jüngste Konjunkturwarnung der US-Notenbank Fed mit hohen Kursverlusten reagiert und deutlich schwächer geschlossen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte beim Handelsschluss um 3,56 % im Minus bei 6248,76 Zählern, der alle Technologiewerte umfassende Nemax All Share vollzog mit 8,77 % den tiefsten Fall des Jahres und schloss bei 2676,53 Zählern. Am Vortag nach Börsenschluss in Europa hatten die amerikanischen Währungshüter vor einer Wirtschaftsschwäche in den USA gewarnt, aber gleichzeitig die Zinsen unverändert belassen. Einige Marktteilnehmer hätten mit einem Zinsschritt gerechnet, anderen sei die Gefahr einer bevorstehenden US-Rezession nun bewusst geworden, erklärte ein Händler die "teilweise panischen Verkäufe".

Unter Druck präsentierten sich einen Tag nach dem Zinstreffen der Fed auch die US-Titel. Die US-Technologiebörse Nasdaq gab nach ihrem Jahrestiefststand vom Dienstag bis Handelsschluss in Deutschland erneut 5,68 % auf 2370 Zähler ab, wobei die Stimmung Händlern zufolge von Gewinnwarnungen und Herabstufungen einiger US-Unternehmen zusätzlich beeinträchtigt wurde.

Als weitere Ursache für die großen Kursausschläge unter den deutschen Werten bezeichnete ein Händler das so genannte "Bench-Marking" durch die Fondsmanager. Da diese in ihren Portfolios stets den Dax nachzeichneten, würden sie bei fallenden Dax-Werten durch entsprechende Verkäufe dieser Werte ihren Kursverfall forcieren. Für die letzten Handelstage in diesem Jahr äußerte der Händler zumindest für die Standardwerte geringen Optimismus. Nach der Bodengewinnung des Dax-Indexes bei über 6200 Zählern am Mittwoch sei charttechnisch gesehen die 6800-Marke in diesem Jahr durchaus erreichbar, sagte er.

Selbst Anleger, die noch Hoffnungen auf eine Jahresendrally gehegt hätten, hätten ihre Titel auf den Markt geworfen, sagten Marktteilnehmer. Der Kursverfall an der Börse vollziehe sich in langsamen Schüben und ziehe ihn schmerzlich in die Länge. Der Ausverkauf ist nach Ansicht des Händlers trotz des verheerenden Handelstages vor allem am Neuen Markt noch lange nicht erreicht.

Die Liste der Verlierer im Dax wurden von SAP, angeführt mit einem Minus von 9,69 % auf 144,94 Euro, gefolgt von Epcos, die 7,92 % auf 88,44 Euro verloren und Infineon , die 6,97 % tiefer aus dem Handel gingen. Große Einbußen erlitten auch die Finanzwerte Deutsche Bank und Dresdner Bank, die sich jeweils über vier Prozent verbilligten. Gegen den Trend stiegen einzig die Papiere von BASF . Den größten Umsatz generierten mit Abstand die Papiere der Deutschen Telekom, die Medienberichten zufolge von Bertelsmann die Mehrheit an Pixelpark übernehmen wollen. Am Nachmittag hatte Bertelsmann allerdings mitgeteilt, keine Verhandlungen mit der Telekom über den Verkauf von Pixelpark-Anteilen zu führen. Die Telekom-Aktie schloss 5,05 % tiefer bei 34,99 Euro.

Große Kursschwankungen erfuhren am Mittwoch die BMW-Aktien. Der Autobauer hatte für das laufende Jahr ein Rekordergebnis angekündigt. Die Aktie war daraufhin auf 37,25 Euro geklettert, schwankte im Sitzungsverlauf stark um die Null-Prozent-Marke und notierte gegen Handelsschluss 3,65 % im Minus bei 34,3 Euro.

Der MDax für die mittelgroßen Werte beendete die Mittwochsitzung 1,65 % tiefer bei 4644,59 Punkten.



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