Neuer Markt kippte ins Minus
Dax geht mit leichten Verlusten ins Wochenende

Den deutschen Börsen ist zum Wochenausklang die Puste ausgegangen. Der Deutsche Aktienindex drehte am Abend ins Minus und schloss bei 5 825,27 Punkten, ein Rückgang von 0,92 Prozent. Der Nemax-50 blieb nahezu den gesamten Tag im roten Bereich und verlor 1,03 Prozent auf 1512,60 Zähler. Der MDAX zeigte sich von den Kursbewegungen der übrigen Marktsegmente relativ unbeeindruckt: Die 70 mittelgroßen Werte legten um 1,57 % zu und gingen mit 4594,12 Punkten aus dem Handel.

dpa-afx/vwd/ddp-vwd FRANKFURT. Die US-Börsen präsentierten sich uneinheitlich. Während der Dow-Jones-Industrial sich bis gegen 20.00 Uhr mit einem Zuwachs von 0,11 Prozent auf 9,810,25 Punkte gut behauptete, verlor der Nasdaq-Composite 0,44 Prozent auf 1 812,65 Punkte.

Die Umsätze an den deutschen Börsen seien "dünn" gewesen, sagte Axel Jörg, Händler bei Delbrück. Technologie-Werte litten darunter, dass Anleger derzeit Finanztitel favorisierten. Allerdings hätten die High Techs auch nicht unter allzu großem Abgabedruck gestanden.

Spekulationen über neue Bankenbündnisse

Im Mittelpunkt des Interesses befanden sich die Finanztitel. "Es gibt wieder Fantasie, das bewegt den Markt", sagte ein Händler. Die Finanzbranche legte im Schnitt um 3,5 Prozent zu. Der Markt spekuliert nun, wie die anderen Finanzwerte auf die immer wahrscheinlicher werdende Übernahme der Dresdner durch die Allianz reagieren. "Wer mit wem und wie ist die interessante Frage derzeit", hieß es es. Vorerst sei nicht damit zu rechnen, dass die Münchener Rück ihre Beteiligung an der Hypo-Vereinsbank (HVB) als Hebel zu einer Übernahme nutzen werde. Aber eine engere Verzahnung der beiden Münchener-Rück-Beteiligungen Ergo und HVB sei wahrscheinlich.
Allianz gewannen 2,8 Prozent auf glatt 327 Euro, Dresdner Bank legten um 4,9 Prozent auf 51,39 Euro zu. Münchener Rück stiegen 0,6 Prozent auf 335,30 Euro, HVB verbesserten sich um 1,2 Prozent auf 61,20 Euro.

Im Gefolge der Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz wuchsen zudem die Spekulationen, die Deutsche Bank werde näher mit der AXA zusammenrücken. Händler verwiesen darauf, dass die Deutsche Bank ihre Stellung als Branchenprimus nicht kampflos aufgeben werde. Deutsche Bank legten um 1,7 Prozent auf 86,40 Euro zu. Commerzbank kletterten um 3,5 Prozent auf 31,41 Euro . "Da steigt der Druck, dass bei der Commerzbank etwas passiert, bevor sie ganz abgehängt werden", meinte ein Händler.

Regulierungsbehörde mutet Telekom mehr Wettbewerb zu

Negativ für die Deutsche Telekom ist laut Händlern die Entscheidung der Regulierungsbehörde ausgefallen, wonach der Preis für die "letzte Meile" sinken wird. Damit fielen auch die Einnahmen des Telekom, während die Anzahl der Konkurrenten bei Ortsgesprächen steige, sagten Experten. Die T-Aktie gab 2,1 Prozent auf 26,75 Euro ab.

>Infineon

, die 4,2 Prozent auf 42,50 Eukro sanken, wurden durch eine Herunterstufung von Morgan Stanley Dean Witter belastet. Die Analysten rechnen mit stärker sinkenden Gewinnen in den kommenden Quartalen. SAP verloren 4,1 Prozent auf 128,90 Euro, Siemens fielen um 2,9 Prozent auf 115,60 Euro und Epcos verbilligten sich um 2,6 Prozent auf 62,25 Euro.

Zu den Verlierern gehörten am Freitag auch die Automobiltitel. Hier seien Gewinne realisiert worden, wurde am Markt vermutet. So fielen Daimler-Chrysler um 1,8 Prozent auf 50,65 Euro; BMW verbilligten sich um 4,5 Prozent auf 34,57 Euro, und VW verloren 3,8 Prozent auf 51,93 Euro.

Der Neue Markt folgt US-Vorgaben

Am Neuen Markt ging es auch am Freitag wieder abwärts. Noch immer befinde sich der Neue Markt in der Konsolidierungsphase. "Eine Bodenbildung ist allerdings in Sicht. In dieser Woche haben wir jedoch das zarte Pflänzchen wieder umgegossen", sagte ein Händler zu ersten Ansätzen der Markterholung. Er beobachte mittlerweile ein Ungleichgewicht zwischen Kleinanlegern und institutionellen Marktteilnehmern: "Ich verstehe nicht, dass die Fonds noch immer verkaufen, die Kleinen können den Markt alleine nicht halten".

Größter Verlierer im Neuen Markt war die Pironet AG mit einem Abschlag von 22,29 Prozent auf 3,73 Euro. Phasenweise rutschte das Papier sogar auf 3,44 Euro ab - ein neues 52-Wochen-Verlaufstief. Das Unternehmen hatte vor vier Tagen vor Analysten die Einschätzung der Pflichtmitteilung vom 16. Februar bestätigt, wonach mit einem Umsatz für 2001 von mehr als 33 Mio. Euro gerechnet wurde. Am Freitag dann revidierte Pironet die Umsatzerwartungen auf rund 25 Mio. Euro. Ein Händler sah darin "eine gewisse Art von Täuschung". Mittlerweile hätten sich deshalb auch die institutionellen Anleger aus dem Wert zurückgezogen.

Auch die Jobpilot AG , die ihre Stellenanzeigen nicht länger in gedruckter Form anbieten will, rutschte im Handelsverlauf mit 3,19 Euro auf eine neues 52-Wochen-Verlaufstief. Am Ende stand ein Abschlag von 20,00 Prozent auf 3,20 Euro zu Buche

Brokat fielen um 16,8 Prozent auf 7,80 Euro. Direkt Anlage Bank litten nach Ansicht von Händlern noch unter den schwachen Zahlen vom Donnerstag und büßten 13,0 Prozent auf 14,45 Euro ein; Konkurrent Comdirect sank um 8,20 Prozent auf 9,74 Euro.
Deutliche Gewinne verzeichneten Steag Hamatech , die sich um 11,7 Prozent auf 13,40 Euro verteuerten. Comroad legten um 9,18 Prozent auf 22,00 Euro zu.

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