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Neuer Markt schließt im Minus

Kursverluste bei Indexschwergewichten haben Händlern zufolge am Dienstag den Frankfurter Neuen Markt trotz einer sehr festen Entwicklung an der US-Technologiebörse Nasdaq belastet.

Reuters FRANKFURT. Unternehmen, die immer tiefer in die roten Zahlen rutschten, würden inzwischen von den Anlegern "rigoros abgestraft", sagte ein Händler in Bezug auf die schwächer als erwartet ausgefallenen Zahlen der Unternehmen Brokat und Softing . Der alle Werte des Segments umfassenden Nemax-All-Share-Index schloss mit 1,13 % im Minus bei 4 340,26 Zählern. Der Nemax-50 der wichtigsten Werte des Segments gab 1,32 % auf 4 689,38 Zähler ab.

Werte wie Brokat, Mobilcom oder Intershop verbuchten Verluste und setzten den Markt unter Druck, hieß es. "Da kann auch eine feste Nasdaq nicht viel dazu tun", sagte ein Händler. Die Nasdaq zeigte sich am Dienstag zu Handelsschluss in Frankfurt mit einem Plus von über fünf Prozent fest. Vielleicht werde der Markt die positiven Vorgaben der Nasdaq mit Verzögerung am Mittwoch nachholen, wurden Vermutungen laut.

Die Aktien des Softwareanbieters Intershop verzeichneten nach der Bekanntgabe von Quartalszahlen am Abend einen deutlichen Kursrutsch. Der Markt habe die Zahlen nicht gut aufgenommen, sagte ein Händler. Ein hochbewertetes Unternehmen müsse erst einmal zeigen, dass die Bewertung gerechtfertigt sei. Würden dann enttäuschende Zahlen veröffentlichen, würde das Unternehemen vom Markt "brutal abgestraft", hieß es.

Intershop hatte am Abend einen Nettoverlust im dritten Quartal von 9,8 Mill. Euro nach einem Verlust von 3,4 Mill. Euro im Vorjahresquartal bekannt gegeben. Einige Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Verlust von 2,9 Mill. Euro gerechnet. Die Aktien brachen um 21,16 % auf 52 Euro ein. "Die Geschäftszahlen von Brokat und Softing sorgen nicht gerade für Vertrauen bei den Anlegern", sagte ein Händler mit Verweis auf die enttäuschend ausgefallenen Ergebnisse der beiden Firmen.

Die Aktien der Softing AG verzeichneten Einbußen von 21,32 % auf 5,35 Euro. Der Soft- und Hardwarehersteller hatte am Morgen für die ersten neun Monate ein unter Plan liegendes Ergebnis vorgelegt. Außerdem teilte Softing mit, seine Ergebnisplanungen für das Gesamtjahr wohl nicht zu erreichen.

Auch das Stuttgarter Softwarehaus Brokat AG wurde von den Investoren nach Vorlage von Quartalsergebnissen abgestraft. Die Titel fielen mit 48,40 Euro auf ein neues Jahrestief, ehe sie sich bis zu Börsenschluss auf 52,51 Euro (minus 17,97 %) erholten. Brokat hatte für das dritte Quartal 2000 einen Nettoverlust knapp unter der Höhe des Umsatzes ausgewiesen.

Für die Kursschwäche bei Mobilcom sind Händlern zufolge Gewinnmitnahmen verantwortlich. Die Papiere verbilligten sich um 5,37 % auf 77,40 Euro. Die prozentual stärksten Abschläge mussten die Aktien von Fantastic Corp hinnehmen. Die Titel gaben um 34,65 % auf 3,15 Euro nach. Die Deutsche Bank hatte die Aktien auf "underperform" von "market perform" herab gestuft. Man gehe von einer Verlangsamung des Absatzwachstums, fallenden Margen und hohen Verlusten im operativen Geschäft aus, hieß es zur Begründung. Das Kursziel betrage zwei Euro. Gegen den Trend stiegen die Titel von Höft & Wessel um 12,76 % auf 22,10 Euro. Das Unternehmen hatte nach einer deutlichen Ausweitung seiner Vertriebsaktivitäten für die ersten neun Monate dieses Jahres einen Rekordauftragseingang vermeldet.

Die Aktien der finanziell angeschlagenen Gigabell AG wurden auch am Dienstag nicht gehandelt. Eine Sprecherin der Deutschen Börse sagte, der Markt müsse sich zunächst Übersicht über die Vorgänge beschaffen. Die Titel des Frankfurter Unternehmens waren am Montag wegen der Übernahme eines mehrheitlichen Anteils am operativen Geschäft durch die finnische Gesellschaft Jippi vom Handel ausgesetzt worden.

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