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Neuer Markt schließt schwach

"Am Neuen Markt befinden wir uns schon seit längerem im Sommerloch", sagte ein Händler resigniert. Der Vertrauensverlust sei nach den Pleiten und nicht erfüllten Planzahlen der letzten Wochen erheblich.

dpa-afx FRANKFURT. Der Neue Markt ist am Mittwoch schwach aus dem Handel gegangen. Der Nemax verlor bei geringen Umsätzen 1,86 % auf 1 351,91 Zähler. Der Nemax All Share gab 1,42 % auf 1 434,05 Punkte ab.

"Am Neuen Markt befinden wir uns schon seit längerem im Sommerloch", sagte ein Händler resigniert. Der Vertrauensverlust sei nach den Pleiten und nicht erfüllten Planzahlen der letzten Wochen erheblich. "Es interessiert sich keiner mehr für dieses Marktsegment", fügte er hinzu. "Wenn das so weitergeht, haben wir Ende des Jahres statt rund 400 nur noch 100 Unternehmen am Neuen Markt."

Verweise auf den schwachen Nasdaq Future wollte er angesichts des Feiertags in den USA nicht gelten lassen. "Die Tendenz 'Alles wartet auf halb vier' fällt heute weg", sagte ein anderer.

Der Aktienkurs der Articon Integralis AG brach um 39,46 Prozent auf 11,20 Euro ein, nachdem der IT-Sicherheitsexperte angekündigt hatte, seine Umsatzplanung für das zweite Quartal zu verfehlen. "Wir glauben, dass eine eindeutig überzogene Reaktion vorliegt", kommentierte Bernd Janssen von UBS Warburg die Kursverluste.

Die Aktien der MWG Biotech AG verloren 10,00 Prozent auf 3,60 Euro, nachdem das Biotechnologieunternehmen den Rücktritt seines Finanzvorstands bekannt gegeben hatte. Es sei "prinzipiell nichts Schönes", wenn der Finanzvorstand abtrete, sagte ein Händler, hielt es aber "für etwas überraschend, dass die Aktie dann gleich so unter Druck kommt". "Am Neuen Markt geht ja öfter mal jemand", konstatierte ein anderer Händler. "Aber wenn man so um die drei Euro notiert, sind die prozentualen Ausschläge gleich viel höher."

Die Aktien des Film- und Sportrechtehändlers Highlight Communications legten 4,76 Prozent auf 3,30 Euro zu den wenigen Gewinnern im Nemax 50. "Die Anleger nutzen das momentan günstige Einstiegsniveau", sagte ein Händler. Schnäppchenjäger seien unterwegs. Die Analysten der niederländischen ABN Amro hatten die Aktie zuvor mit "wenigstens 4,20 Euro" bewertet.

Die Aktien der Aixtron AG verloren bei hohen Umsätzen 11,61 Prozent auf 26,49 Euro. "Bei der charttechnisch wichtigen Marke von 26,50 Euro wurden Verkäufe aufgrund von Stopp-Loss-Marken ausgelöst", begründete ein Frankfurter Händler. Danach hätten Käufer wieder zugegriffen und den Kurs zeitweise über die Marke getrieben.

GFT Technologies haben am Mittwoch 17,43 Prozent auf 9,90 Euro nachgegeben. "Der Einstieg bei der Deutsche-Bank-Tochter Emagine hat die Phantasie aus der Aktie genommen", sagte ein Analyst. Zwar sei die Existenz und der Umsatz des IT-Dienstleisters jetzt gesichert, aber: "Verhandeln Sie mal mit einem der Hauptaktionäre über Preise". Fraglich sei auch, ob die anderen Kunden aus der Finanzdienstleistungsbranche der GFT die Stange halten würden.

Biodata verbilligten sich um 3,61 Prozent auf 14,69 Euro. "Die 35 Mill. Euro schwere Anleihe, die Biodata platzieren will, trifft kaum auf Nachfrage, und das bringt auch die Aktie unter Druck", sagte ein Frankfurter Händler. Dies werfe Fragen nach der weiteren Finanzierung der Expansion auf. Zudem sei die "charttechnisch wichtige" Marke von 14,60 Euro unterschritten worden. Neben den fehlenden Käufern würden auch die Gewinnwarnungen anderer IT-Sicherheitsexperten belasten.

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